Wiedereröffnung

Gottesdienste,Gruselstorys,PizzaHawaii

von Redaktion

Ein Zentrum der katholischen Jugendarbeit: Das Jugendhaus Ensdorf ist wieder offen

Guttenburg – Nächtelange Diskussionen, Spieleabende und Gottesdienste. Verbotene, aber legendäre Kissenschlachten in den Schlafräumen. Aufgewärmte Pizza Hawaii mit Schinken, Käse und vor allem Ananas. Und gruselige Geistergeschichten bei den Nachtwanderungen an der Mauer des damals unbewohnten Guttenburger Schlosses. All das und viel mehr verbinden Generationen von Jugendlichen mit dem Jugendhaus Ensdorf. Nach längerer Schließung wird das Zentrum der katholischen Jugendarbeit im Landkreis am Sonntag feierlich wiedereröffnet (siehe Infokasten).

Das war ein schwerer Schlag, als das Jugendhaus gesperrt wurde. Der Brandschutz entsprach nicht mehr annähernd den gesetzlichen Vorschriften. Zweieinhalb Jahre hat es gedauert, das Selbstversorgerhaus wieder zu ertüchtigen, einen zweiten Fluchtweg zu installieren und spezielle Brandschutztüren in den oberen Stockwerken einzubauen, wo sich die Schlafräume befinden. Die Kirchenstiftung und die Erzdiözese teilten sich die Kosten von etwa 100000 Euro. So Martina Kirschner, seit 1990 Verwaltungskraft bei der Katholischen Jugendstelle, die für die Buchung des Hauses zuständig ist.

Seit Januar läuft der Betrieb bereits wieder. Seit Ende November konnte das Haus wieder belegt werden. Und die Nachfrage ist groß wie ehedem. „Die Buchungen sind nur so rein geflattert. Heuer haben wir nur noch drei Wochenenden frei. Die Ferien sind immer ausgebucht. Günstige Gruppenhäuser gibt es kaum noch.“

Die jugendfreundlichen Preise waren von Anfang an ein starkes Argument für Ensdorf. Vier Mark kostete die Übernachtung Anfang der 1970er-Jahre, als das ehemalige Pfarrhaus von Ensdorf auf Initiative des damaligen Kraiburger Pfarrers Josef Hamberger und der Katholischen Jugendstelle im Landkreis zum Jugendhaus umgebaut wurde. P ater Joe Stöckl war damals Regionalkaplan, Lorenz Rosenberger Jugendpfleger.

Neue Formate wurden in der Jugendseelsorge etabliert: Schulentlass-, Besinnungs- oder Einkehrtage sollten jungen Leuten nicht nur religiöse Orientierung geben. „Wer damals im Landkreis in die Schule gegangen ist, ist an Ensdorf nicht vorbeigekommen und hat mindestens einmal in seinem Leben ein paar Tage dort verbracht“, sagt Martina Kirschner, die selbst Ende der 1970er-Jahre erstmals als Teilnehmerin im Haus war und später als Kreisvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung regelmäßig wiederkam. So wie viele andere.

20000 Kursteilnehmer und Besucher meldete die Heimatzeitung schon zum zehnjährigen Bestehen im Jahr 1983. Einen großen Anteil hatten daran die sogenannten „Tage der Orientierung“, die viele vor allem mit dem langjährigen Jugendpfarrer Pater Heinrich Stummer verbinden. In dieser Form gibt es das nicht mehr. Schulen buchen heute Besinnungstage im Paket: Essen, Unterkunft, Programm. Ensdorf ist mit bis zu 27 Plätzen in Matratzenlagern dafür zu klein.

Maßnahmen der schulischen und außerschulischen Jugendbildung, der verbandlichen und nichtverbandlichen Jugendarbeit, spirituelle und kulturelle Angebote, Schulungen und Seminare gibt es nach wie vor im Haus. Heute belegen das Haus aber auch Jugendhilfeeinrichtungen, Kinderheime, viele Gruppen, die aus München kommen. Acht Euro pro Nacht und Person ist noch immer ein unschlagbarer Preis.

Schätzungsweise 2000 Jugendgruppen hat das Haus in den vergangenen viereinhalb Jahrzehnten beherbergt. Und es spricht viel dafür, dass noch viele Hundert folgen werden.

Einweihungsfeier und Gottesdienst

Die Wiedereröffnung des Jugendhauses wird am Sonntag, 28. April, gefeiert. Um 17 Uhr beginnt die Einweihungsfeier mit Aktiv-Küche, Verlosung und Preisen. Um 19 Uhr ist dann Kreisjugendgottesdienst mit Haussegnung durch Diözesanjugendpfarrer Richard Greul.

„Ideale Lage und sehr günstig“

„Miteinander lebenund kochen“

„Wichtige Kontaktbörse“

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