Waldkraiburg – Als sich die Stadt vor fünf Jahren der Herausforderung stellte, Flüchtlinge aufzunehmen, war klar, dass diese Aufgabe nur in Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen und Institutionen wie Schulen, Polizei und Vereinen möglich ist. Um sich einen Überblick über die aktuelle Situation, die Anforderungen der Flüchtlinge wie derBürger zu machen, stehen Bürgermeister Robert Pötzsch und seine Verwaltung im engen Austausch mit den Einrichtungen.
Wie die Stadt mitteilt, hat es zuletzt zwei Gesprächsrunden mit Schulen, Vereinen und Polizei gegeben. Am ersten Treffen nahmen Schulleiter und Elternvertreter aller Waldkraiburger Schulen, Vertreter der Stadtverwaltung sowie der Polizei teil. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Integration der schulpflichtigen Kinder. Problematisch sei, dass die Kinder in der Regel kein Deutsch sprechen und eine Integration nicht möglich sei, da die Kinder nur kurz an den Schulen seien. Häufig gebe es keine Meldung an die Schulen, wenn Familien in andere Städte verlegt werden, hieß es. So sei es schwierig, einen Überblick zu halten, ob Kinder fehlen oder schwänzen.
Beim zweiten Treffen nahmen Vertreter der Stadtwerke, des Arbeitskreis Asyl, des TSC Weiß-blau 70 e.V., der Caritas, des Seniorenbeirats, der Deutschen Marktgilde, der Sicherheitswacht sowie der Polizei und Stadtverwaltung teil. Polizeipräsident Robert Kopp betonte, dass die Sicherheitslage in Waldkraiburg sehr zufriedenstellend sei. Der Arbeitskreis Asyl bietet „Benimm“-Kurse an, um den Asylsuchenden die Werte und Sitten der deutschen Kultur näher zu bringen, die Caritas unterstützt mit der Aktion „Treffpunkt miteinander“ den Austausch zwischen den Kulturen.
Das subjektive Sicherheitsgefühl sei in Teilen der Bevölkerung durch die große Zahl an Asylbewerbern in der Stadt nach wie vor belastet, wie vonseiten des Seniorenbeirats bestätigt wurde. Georg Deibl, Dienststellenleiter der Polizei, merkte dazu an, dass Waldkraiburg bezüglich der Kriminalitätsrate im Vergleich zu anderen Städten gut dastehe. Die Zahl der Delikte habe sich seit 1997 nahezu halbiert.
Einig war man sich in beiden Gesprächsrunden, dass auch in der Zukunft ein regelmäßiger Austausch stattfinden soll. Dazu gehören auch Anwohnergespräche mit der unmittelbaren Nachbarschaft der Anker-Dependance im Neisseweg und eine Ortsbegehung durch den Bürgermeister und den Polizeipräsidenten.
Bereits in der Vergangenheit hatte die Stadt bei der Integration erfolgreich große Verantwortung übernommen. Ein Beispiel sind die beiden einzigen Aussiedlerheime im Landkreis Mühldorf, die von den 1970er- bis in die 1990er-Jahre in Waldkraiburg standen.