Mühldorf könnte ein zweites Mals werden

von Redaktion

Im Kino: Veranstaltung mit agrarpolitischem Sprecher der Grünen im EU-Parlament

Waldkraiburg – Über Artenschutz und die dafür notwendige ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft. sprach Biobauer Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament, vor 120 Zuhörern im Kino Cinewood. Sie waren zur Filmvorführung über das „Wunder von Mals“ gekommen, einem kleinen Ort in Südtirol, der sich zum Ziel gesetzt hat, die erste pestizidfreie Gemeinde Europas zu werden.

Das Fazit der anschließenden Diskussion: Die ökologische Agrarwende betrifft alle Bürger, nicht nur die Landwirtschaft. Eine größere Wertschätzung von Lebensmitteln ermöglicht bessere Preise für Erzeuger. Wie Verbraucher und Betriebe das Risiko gemeinsam tragen können, zeigt die Solidarische Landwirtschaft am Lenzwald. Verbraucher wollen regionale Produkte und regionale Bioprodukte kaufen, aber dazu brauche es eine klare Kennzeichnung, so Häusling. „Die erfolgreiche Ablehnung der Agro-Gentechnik durch Verbraucher ist ein gutes Beispiel, dass Transparenz prima funktioniert.“ Bisher habe die CSU im europäischen Agrarausschuss eine ökologische Agrarwende verhindert. „Wenn Manfred Weber mit grünen Stimmen EU-Kommissionspräsident werden will, muss er darüber mit uns reden.“

Ein Biobauer berichtete, dass bereits 55 Biobetriebe Hafer und anderes Getreide an die Firma Barnhouse in Mühldorf liefern. Weitere werden wegen der steigenden Nachfrage gesucht. Vom Bio-Boom proftierten auch die hiesigen Mühlen sowie andere Betriebe. Der Landkreis Mühldorf habe Riesenpotential, ein „zweites Mals zu werden“.

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