Weiß-blauer Himmel und Sonnenschein – ein perfekter Maifeiertag. Während auf den Dörfern ringsum der Maibaum aufgestellt wird, Burschen und Madln bei Bier und Blasmusik feiern, geht es in Waldkraiburg ernsthafter zu. Denn hier trifft man sich mit roten Fahnen und roten Nelken zum Tag der Arbeit, zu dem der DGB aufruft.
Ganz klar, dass DGB-Kreisvorsitzender Richard Fischer ganz vorne mit dabei ist – mit rotem Megafon am Rathausplatz und später bei der Kundgebung am Mikro. Für Fischer gewohntes Terrain, für mich selbst war es die erste Maikundgebung.
Die Bürger brauchen ein Gefühl von Sicherheit: Sicherer Arbeitsplatz, sichere Wohnung oder Sicherheit im Alter oder bei Krankheit. Wer weiß das besser als die Gewerkschaften. Das Thema Sicherheit greift weit, soziale Sicherheit kommt aber in der Politik oft zu kurz. Der Fokus liegt auf der inneren und äußeren Sicherheit.
Aber wenigstens darum muss man sich in Waldkraiburg keinen Kopf machen: Hier lebt es sich sicher. Und wer weiß das besser als die hiesige Polizeiinspektion? Polizeichef Georg Deibl hat diese Woche die Zahlen der Kriminalstatistik vorgelegt. Zwar gibt es im Vergleich zum Vorjahr einen moderaten Anstieg, aber bei dem Spitzenwert von 2017 ist das auch nicht wirklich erstaunlich. Mit 1519 Straftaten bleibt noch immer das zweitbeste Ergebnis seit 2010.
Ein Erfolg, den sich die Polizei auch auf die eigenen Fahnen schreiben darf. Denn die Präventionsarbeit der Polizei macht sich sicherlich bemerkbar. Einbrüche in Waldkraiburg tauchen zum Beispiel in der Statistik von 2018 kaum auf. Sechs Fälle, davon vier Versuche in einem Jahr. Ein erstaunlich guter Wert, ein gutes Gefühl für die Sicherheit.
Doch was, wenn genau das verloren geht? Wenn man sich nicht mehr sicher sein kann, wenn man sich bedroht fühlt? Massiven Drohungen sah sich eine Supermarktangestellte ausgesetzt, nachdem sie zuvor einen Syrer beim Ladendiebstahl erwischt hat. Jetzt hat der Prozess am Amtsgericht gegen den jungen Mann begonnen. Zeit, dass sich die Frau wieder sicher fühlt.
Mit der Sicherheit ist das so eine Sache. Denn wer kann schon sagen, ob mit Sicherheit der Fahrstuhl in der Wohnanlage am nächsten Tag funktioniert. Oder dass er mit Sicherheit bald repariert ist, wenn er außer Betrieb genommen werden muss. Eins lässt sich mit Sicherheit sagen: Die Wahrscheinlichkeit steigt, wenn man die Waldkraiburger Nachrichten um Unterstützung bittet.
Während bei den angekündigten Temperaturen gerade keiner so recht an den Sommer denken mag, ist im Waldbad bereits alles auf Badewetter eingestellt. Die Becken sind geputzt, das Wasser eingelaufen, fehlen nur noch die Badegäste, dass das Planschen wieder beginnen kann. Aber die Saison steht unter großen Fragezeichen.
Hält sich der Wasserverlust im Waldbad in Grenzen? Wie wird das Wetter? Mit Sicherheit weiß das keiner. Geschäftsführer Harald Lechner von den Stadtwerken hofft natürlich das Beste – und mit ihm sicherlich viele Badegäste. Bislang gibt es jedenfalls nur gute Nachrichten: Das Waldbad hat in der neuen Saison wieder länger geöffnet. Das freut doch mit Sicherheit viele von uns.