Straftaten leicht gestiegen

von Redaktion

Die Zahl der Straftaten ist 2018 wieder leicht gestiegen. Einen Grund zur Besorgnis sieht Polizeichef Georg Deibl allerdings nicht. Denn ein Großteil der Steigerung der Straftaten gehe auf eine inzwischen ermittelte Jugendbande zurück.

Waldkraiburg – 1519 Straftaten hat die Polizeiinspektion Waldkraiburg im vergangenen Jahr verzeichnet. Damit waren es 174 Fälle (plus 12,9 Prozent) mehr als noch 2017. Doch mit nur 1345 Straftaten wurden 2017 die wenigsten Straftaten seit Erhebung der Kriminalstatistik verzeichnet. 2018 ist immerhin noch das zweitbeste Ergebnis seit 2010. Mit 68 Prozent bleibt die Aufklärungsquote nahezu unverändert und liegt damit über dem bayernweiten Durchschnitt mit 64,4 Prozent.

Entscheidend für das Sicherheitsgefühl ist die Zahl der Wohnungseinbrüche. Gerade in diesem Bereich gibt es bei der Polizeiinspektion einen deutlichen Rückgang. 2017 waren es noch 13 Fälle, 2018 gab es sechs Fälle, darunter vier Versuche, bei denen die Täter nicht in die Wohnung gelangten. „Diese Zahlen sind herausragend gut und nicht leicht zu erreichen“, erklärt Polizeichef Georg Deibl, der die Kriminalstatistik mit Polizeihauptkommissar Dietmar Meißner erläuterte.

Für Deibl gibt es dafür zwei Gründe: Zum einen greife die Präventionsarbeit der Polizei, so dass Eigentümer einbruchhemmende Fenster und Türen einbauen lassen. Zum anderen würden Grenzkontrollen osteuropäische Einbruchsbanden abhalten. „Das Klientel ist gerade nicht da.“

Zwei der sechs Fälle konnten geklärt werden. Dabei setzt die Polizei auch auf die Beobachtungen der Bürger. „Bei Befragungen nach einem Einbruch stellt sich oft heraus, dass Nachbarn etwas bemerkt hatten. Wenn in einem solchen Fall die Polizei verständigt wird, erhöht das die Chance, jemanden zu erwischen“, sagt Deibl.

Kellereinbrüche fallen nicht in diese Kategorie. Elf waren es vergangenes Jahr – ein Wert, der dieses Jahr bereist erreicht ist. Mehr als 20 Kellereinbrüche hat die Polizei dieses Jahr bereits verzeichnet.

Mit 28,4 Prozent haben Diebstahldelikte den größten Anteil an der Gesamtkriminalität. In diesem Bereich ergab sich mit insgesamt 432 Fällen eine Steigerung um mehr als 30 Prozent.

Einen deutlichen Anstieg gab es im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte: 286 Fälle bedeuten einen Anstieg um 67,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein großer Teil der Taten stehe im Zusammenhang mit der umfangreichen Nutzung des Internets, die einen immer größer werdenden Teil der polizeilichen Ermittlungstätigkeit umfasse.

Wie verhält es sich mit den Tatverdächtigen? Insgesamt hat die Polizei 763 ermittelt, davon sind 77,5 Prozent Männer. 427 waren bereits polizeibekannt. 42,9 Prozent oder 326 der ermittelten Personen haben keine deutsche Staatsangehörigkeit. Davon wiederum sind 146 Tatverdächtige als Zuwanderer registriert. Überwiegend werden sie in den Einrichtungen für Asylbewerber straffällig. Bei vier Fällen gegen die sexuelle Selbstbestimmung, bei zwölf Ladendiebstählen, bei zwei Fahrraddiebstählen, bei elf Rauschgiftdelikten und bei acht Fällen von Straßenkriminalität waren Zuwanderer beteiligt. 299 Fälle von Straßenkriminalität hat die Polizei 2018 verzeichnet – 82 Straftaten mehr als noch im Jahr zuvor. Doch Deibl relativiert die Zahlen. Diebstahl aus Autos, gestohlene Autos, abgetretene Autospiegel: Allein 90 Fälle gehen auf eine Jugendbande im Alter zwischen 16 und 25 Jahren zurück, die inzwischen ermittelt worden ist.

Trotz der gestiegenen Gesamtzahlen zieht Waldkraiburgs Polizeichef Georg Deibl insgesamt ein positives Resümee: „Der Sicherheitszustand ist hervorragend. Zwei von drei Straftaten wurden aufgeklärt. Und Straftaten, die die Bevölkerung verunsichern, sind hier eine Ausnahme.“

Zahlen aus der Kriminalstatistik

Diebstahldelikte: Anstieg um mehr als 30 Prozent auf 432 Fälle.

Wohnungseinbrüche: Rückgang von 13 auf 6 Fälle.

Straftaten gegen das Leben: Anstieg von 1 auf 8 Fälle. 5 davon stehen in Zusammenhang mit den Tumulten in der Anker-Dependance.

Ladendiebstähle: Anstieg auf 94 Taten.

Fahrraddiebstähle: Anstieg von 75 auf 112 Fälle.

Ladendiebstähle: 94 Fälle.

Rohheitsdelikte: leichter Rückgang, verbunden mit einem Anstieg der Beteiligung durch Zuwanderer.

Vermögens- und Fälschungsdelikte: Anstieg um 67,3 Prozent auf 286 Fälle.

Rauschgiftdelikte: Anstieg um 43,7 Prozent auf 80 Fälle.

Sexuelle Selbstbestimmung: Anstieg von 13 auf 26 Fälle.

Straßenkriminalität: Anstieg von 217 auf 299 Fälle.

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