Gars – Vermeintlich extrem gestiegene Heizkosten für das Rathaus Gars, die von der Verwaltungsgemeinschaft [VG] Gars-Unterreit gemeinsam zu tragen sind, hatten in der jüngsten Gemeinschaftsversammlung für Diskussionsstoff gesorgt (wir berichteten). Seit einer Aussprache zwischen Bürgermeister Norbert Strahllechner und einem Vertreter des Fernwärmeunternehmens sind die Irritationen vom Tisch.
Im Kontext der Beschlussfassung über die Jahresrechnung 2018 waren in einer Rückfrage vonseiten der Rechnungsprüfung irrtümlich Kosten von etwa 5000 Euro und etwa 13000 Euro einander gegenübergestellt worden, die vor beziehungsweise nach der Umstellung der Heizung von Öl auf Fernwärme mit Hackschnitzeln entstanden seien.
Bürgermeister bedauert Versäumnis
In der Sitzung war versäumt worden, darauf hinzuweisen, dass der erste Betrag als Bezugsgröße ungeeignet war, da er nur einen Teilbetrag der Heizungsgesamtkosten darstellte. Bürgermeister Norbert Strahllechner bedauerte dieses Versäumnis.
Der Garser Bürgermeister stellte klar, dass der falsche kleinere Vergleichswert auch deswegen nicht mit den derzeitigen Fernwärmekosten verglichen werden könne, da diese heute die Beheizung des neuen und alten Rathauses, die dortigen Wohnungen eingeschlossen, sowie des Sparkassengebäudes abdecken würden.
Der wegen des unzutreffenden Vergleichs verstimmte Vertreter des Fernwärmeunternehmens legte belastbare Zahlen und Fakten vor: Im Jahr 2013, als der Vertrag mit der Gemeinde abgeschlossen wurde, sei die Fernwärme günstiger angeboten worden und habe unter den Kosten für die bestehende Ölheizung gelegen. Die Kosten für 2013, basierend auf errechneten notwendigen 17640 Litern Heizöl, hätten etwa 13450 Euro betragen. Diesen müssten aber, um vergleichbar zu sein, noch die für den Betrieb der alten Heizkesselanlage anfallenden Fixkosten für Strom, Kaminkehrer, Wartung und Reparatur zugeschlagen werden. Ferner seien früher nicht alle Wohnungen im Altbau des Rathauses mitbeheizt worden.
Aber auch heute sei die Fernwärmeversorgung noch deutlich wirtschaftlicher als der Betrieb einer Heizungsanlage mit Öl. Das Versorgungsunternehmen orientiere sich an dem aktuellen und schwankenden Preisindex für Energie. So seien in den vergangenen sechs bis acht Jahren die Kosten für eine Hackschnitzelheizung nie höher als für eine Ölheizung gewesen.
Mit Bürgermeister Strahllechner, der die Auffassung bereits in der Sitzung vertreten hatte, war sich das Versorgungsunternehmen schließlich einig, dass die damalige Entscheidung der Gemeinde für die Fernwärmeversorgung auf Hackschnitzelbasis sowohl unter ökologischen als auch ökonomischen Gesichtspunkten richtig war. Die unglücklicherweise entstandenen Irritationen betrachten die Gesprächspartner nun als ausgeräumt. BRUNO Münch