Unterreit –Es gibt wohl in Grünthal kein Fest, bei dem der „Rahiarn Hans“ nicht mit dem Fotoapparat anzutreffen ist. So ist er in der Gemeinde bekannt. Alles wird bildlich festgehalten und als Jahresrückblick bei verschiedenen Vereinsveranstaltungen gezeigt. „Bereits mit zehn Jahren hab‘ ich mir den ersten Fotoapparat gekauft, er hat damals 9,90 DM kost“, erinnert er sich im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung. Jetzt hat der rüstige Rentner seinen 80. Geburtstag gefeiert.
Hans Hauner ist in Grünthal unentbehrlich und diese Aufgabe hält den 80-Jährigen auch fit. Besonders aber auch die Maibaumdiebe brauchen „ihren“ Hans, er gilt als Herbergsvater der gestohlenen Maibäume, auch als mustergültiger Aufpasser. So überraschten sie ihn an seinem Geburtstag mit einem „Original-Maibaum“ und stellten ihn in seinem Hof auf. Geboren wurde Hans Hauner im Unterreiter Ortsteil Unterzarnham, dort wuchs er mit seiner jüngeren Schwester auf. In der siebten Klasse erkrankte er schwer und wurde daher von der achten Klasse befreit.
Ein besonders schwerer Schicksalsschlag war der Tod seiner Mutter im Jahr 1952, da am Beerdigungstag sein Vater einen Schlaganfall erlitt und die Arbeit am Hof nicht mehr schaffen konnte. So lag die ganze Arbeit in seinen und der Schwester Händen, unterstützt wurden sie von einem Onkel. Mit 20 Jahren kehrte er dem elterlichen Hof den Rücken, besuchte vier Jahre die Landwirtschaftsschule in Herrsching und schloss sie mit einem Diplom ab. Für eine weitere Schulung der Firma Ferguson wechselte er nach Eschwege. Mit 24 Jahren übernahm er dann den elterlichen Hof und heiratete 1963 Maria Zitzelsberger. Zwei Töchter entstammen dieser Ehe. Bis zur Verpachtung im Jahr 1995 bewirtschaftete er den Hof.
Der Jubilar ist Mitglied bei allen Ortsvereinen sowie Gründungsmitglied beim Burschenverein und BMW-Club. Nach seinen Tätigkeiten im Ruhestand gefragt, meint er nur, „der Rentnerstress gehört zu meinem Leben dazu“. Seit 62 Jahren ist Hans Hauner mit der Unkrautspritze unterwegs, dafür hat er mit 75 Jahren noch die notwendige Prüfung gebraucht. Tagtäglich ist er in seiner Werkstatt anzutreffen, in der er früher besonders gerne alte Bulldogs restauriert hat und jetzt noch Schreinerarbeiten erledigt. Dabei unterstützt er den Gartenbauverein bei dessen Ferienprogrammen, indem er Nistkästen und Vogelhäuserl vorfertigt.
Auch ein Schlaganfall im letzten Jahr konnte Hans Hauner nicht bremsen: Er kämpfte sich zurück und war auch heuer wieder als Maibaumtransporteur mit seinem alten Bulldog unentbehrlich. fim