Waldkraiburg – Mit der Idee, eine 50 Quadratmeter große Eventhütte auf den Parkflächen vor seinem Restaurant am Stadtplatz aufzustellen, beschäftigt sich Serhat Yazici schon seit einigen Jahren. Diesmal hat er eine offizielle Anfrage an die Stadt gestellt: Vom 25. November bis 3. Januar will er vor dem Restaurant eine Gastro-Hütte mit etwa 30 Sitzplätzen und 20 Stehplätzen betreiben, um dort Weihnachtsfeiern von Firmen und andere Feste zu veranstalten oder Gäste zu bewirten. „Keine Partys, aber Nachtbetrieb bis 1 Uhr.“
Die Aussicht, mit der Hütte den Stadtplatz zu beleben, begrüßen fast alle Mitglieder des Bauausschusses ausdrücklich. Doch neben der Befürchtung, es könne Probleme mit Ruhestörungen geben, ist die entscheidende Frage für die Ausschussmitglieder: Will man an dieser Stelle tatsächlich den Wegfall von fünf Parkplätzen genehmigen? Wie Carsten Schwunck, der Leiter der Bauabteilung erklärte, habe bislang der Grundsatz gegolten, eine derartige Sondernutzung nur dann zuzulassen, wenn es keinen alternativen Standort auf Privatgrund gibt.
Die meisten Stadträte sagen deshalb Nein zur Hütte auf öffentlichem Grund. Rainer Zwislsperger und Georg Ledig (beide CSU) erinnerten daran, dass die Stadt dem Betrieb schon bei der Eröffnung des Hotels in der Stellplatzdiskussion entgegen gekommen sei. Fünf Parkplätze weniger – „das ist für mich auch im Winter nicht akzeptabel“, so Zwislsperger. Und Gustl Schenk (UWG) bekräftigte: Wenn nur ein einziger Stellplatz verloren gehe, „bin ich dagegen“.
Auch Andreas Knoll (SPD), der sich eine Belebung der Innenstadt von der Eventhütte verspricht, warf die Frage auf: „Warum geht es denn nicht auf privatem Grund?“
Allein Christoph Vetter (UWG) kann sich vorstellen, es mit der Hütte trotz der Parkplatzproblematik „für dieses eine Mal zu probieren“.
Mit sieben gegen eine Stimme hat der Ausschuss die Eventhütte auf der Parkfläche abgelehnt. Befürwortet wird die Anlage nur dann, wenn sie auf Privatgrund aufgestellt wird.
Doch davon will Serhat Yazici nichts wissen. Die zehn mal fünf Meter große Halle sei dafür zu groß, kollidiere mit der Markise auf der Terrasse oder den Bäumen oder rücke so nah an den Hoteleingang heran, dass es optisch nicht mehr passt. Der Wirt verweist darauf, dass andere Lokale in Waldkraiburg auch öffentliche Flächen belegen, den ganzen Sommer über. Und: In anderen Städten wie Mühldorf, wo es ebenfalls an Parkplätzen fehlt, „funktioniert es auch“. Yazici: „Dann muss ich ich halt beugen. Kämpfen werde ich nicht drum.“ Verstehen kann er die Position der Stadt aber nicht. „Irgendwann brauchen wir auch keine Parkplätze mehr, wenn wir keine Leute in die Stadt bekommen.“