Es summt und brummt am Spielplatz an der Seltenhornstraße

von Redaktion

Großes Gemeinschaftswerk kommt voran – Nicht nur die Kinder, auch harmlose Insekten haben was davon

Kraiburg – Es summt und brummt am Spielplatz an der Seltenhornstraße in Kraiburg. Jetzt im Frühjahr sind dort hunderte Miniatur-Maulwurfshaufen zu sehen. Bewohnt werden sie nicht von Minimaulwürfen, sondern Sandbienenarten der Gattung Andrena oder der Weiden-Sandbiene (Colletes cunicularius), die hier ihre Nester angelegt haben.

Weil der Spielplatz nach der Installation von neuen Spielgeräten vermutlich wieder mehr bespielt wird, hat die Familienbeauftragte Petra Jackl in Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz und Michael Stadler von der Unteren Naturschutzbehörde einen Hügel erstellt, in dem die Bienen nun nisten können.

Doris Anzinger-Pohlus und Judith Harrison (Bund Naturschutz) haben das Projekt kompetent begleitet, die Familien Schuster und Ehling Sachspenden aufgebracht. Und viele Anwohner und deren Kindern haben mitgeholfen, heimische Bäume und Sträucher wie Haselnuss, Felsenbirne, Kornelkirsche zu pflanzen sowie einen Blühstreifen anzusäen.

Diese dienen nicht nur der Verschönerung des Platzes, sondern auch als Nahrungsquellen für die Bienen.

Im Lauf der nächsten Wochen wird noch vieles auf dem Platz geschehen, Spielgeräte werden montiert, Absturzsicherungen und Tore angebracht, Schilder und ein Insektenhotel aufgestellt, Kletterbäume geliefert und Bänke gebaut.

Für eine Sitzgruppe und weitere Spielgeräte fehlt bislang das Geld.

Ende Juni soll die Anlage eingeweiht werden.

Die Bienen, die den Spielplatz bevölkern, leben solitär und bilden keinen Staat. Die Männchen schwärmen, sobald es am Morgen warm geworden ist, über dem Boden, um paarungsbereite Weibchen zu finden. In ihren tiefen Nestgängen werden nur wenige Brutzellen angelegt. Viele sind schon im zeitigen Frühjahr aktiv und bestäuben unter anderem Obstbäume und Beerensträucher besonders effektiv.

Die nützlichen und völlig harmlosen Insekten haben meistens eine Flugzeit von vier bis acht Wochen. Sandbienen sind nicht aggressiv und verteidigen ihre Nester nicht. Auch wenn die Weibchen über einen Stachel verfügen, mit dem sie sich in höchster Gefahr verteidigen, ist dieser zu schwach, um menschliche Haut zu durchdringen. Der Rasen kann also gefahrlos weiter genutzt werden.

Artikel 1 von 11