Kraiburg-Guttenburg – Donnerstag, 17.20 Uhr. Rauchentwicklung in Malseneck. Die Feuerwehren aus Waldkraiburg, Kraiburg, Mühldorf, St. Erasmus und Pürten und das Rote Kreuz rückten mit schwerem Atemschutz am historischen Schlösschen an, in dem sich ein Wohnheim für bis zu 58 Männer und Frauen mit geistiger und mehrfacher Behinderung befindet. Wie die Polizei mitteilt, hatte sich der Motor eines Aufzugs sich überhitzt, im Maschinenraum trat Rauch aus und verbreitete sich im Aufzugschacht.
30 Bewohner leben im Haupthaus, das zwischen 1905 und 1907 als Schloss errichtet wurde und seit 1921 als soziale Einrichtung genutzt wird. „Die Aufregung war groß, vor allem bei unseren Bewohnern“, sagt Rudolf Siegmund, Bereichsleiter Wohnangebote beim Träger, den Barmherzigen Brüdern in Algasing. „Aber es war alles halb so schlimm, die Feuerwehren haben keinen Tropfen Wasser gebraucht.“
Als am späteren Nachmittag der Aufzug stehen blieb, sei sofort der Hausmeister verständigt worden. Und dieser habe gleich Feueralarm ausgelöst, als Rauch im Maschinenraum im Dachgeschoss austrat, so Siegmund. Über das Entrauchungsfenster und mit Hilfe der Ventilatoren der Feuerwehr wurde der Rauch schnell aus dem Gebäude geblasen.
Der Aufzug stehe still, ansonsten sei der Betrieb im Haus nicht beeinträchtigt, gab der Vertreter des Trägers am nächsten Morgen Entwarnung.
Die Zeit des Behindertenwohnheims geht in Malseneck dem Ende zu. Das Anwesen ist bereits verkauft. Laut Siegmund werden im Frühjahr 2020 24 Bewohner in ein neues Wohnheim mit Förderstätte in der Duxer Straße in Waldkraiburg ziehen, wo zehn Menschen aus Malseneck bereits in einer Außenwohngruppe leben. 2021 soll dann ein weiteres Wohnheim in einer Landkreisgemeinde bezogen werden und die letzten Bewohner das Schloss verlassen.