Gars – Der Mittergarser Dorfladen schreibt seit 19 Jahren eine Erfolgsgeschichte: Auch 2018 gab’s schwarze Zahlen. Und für ein neues Kapitel sorgt jetzt eine „Zweigstelle“ im Adalbert- Stifter-Seniorenwohnheim in Waldkraiburg.
Ungewöhnlich schnell verlief der offizielle Teil zur Hauptversammlung des Dorfladens. Schnell aber nur deshalb, weil die Beiratsvorsitzende Irmgard Strauß einen durchweg positiven Jahresbericht 2018 vorstellen konnte, bei dem auch die Prüfer Renate Grill und Max Voglmaier nichts zu beanstanden hatten. Aus der Not heraus, in Mittergars keinen Nahversorger mehr zu haben, entschloss sich die Dorfgemeinschaft vor rund 19 Jahren, einen eigenen Dorfladen zu realisieren, zu dessen Gründung fast alle Haushalte in Mittergars Anteile zeichneten. Heute, 19 Jahre später, blickt der Laden erneut auf schwarze Zahlen aus dem Jahr 2018 zurück und überzeugte vor knapp acht Monaten auch die Verantwortlichen des Adalbert-Stifter-Seniorenwohnheimes in Waldkraiburg mit dem Konzept des Ladens. Zwar mit viel Aufwand, so berichtet Renate Grill, betreibt man dort nun eine „Zweigstelle“ des Dorfladens auf rund 14 Quadratmeter und bietet den zum großen Teil sich selbst organisierenden Senioren alle Artikel des Bedarfs: von Lebensmitteln über Hygienemittel bis hin zu Zeitschriften. Waren, die in Mittergars verladen und vom Dorfladen-Team nach Waldkraiburg gebracht werden.
Nach kleineren Anfangsschwierigkeiten ist der Laden eine mittlerweile nicht mehr wegzudenkende Einrichtung. So verwundert es nicht, dass sich die Senioren des Wohnheimes zu einem Besuch der „Hauptgeschäftsstelle“ angemeldet haben.
Über die Nahversorgung hinaus engagieren sich die Macher des Dorfladens auch in sozialen Projekten, die vordergründig der Jugend aus Mittergars gelten, aber selbst vor Landesgrenzen keinen Halt machen. Rund 370 Euro stellte das Team im vergangenen Jahr dem Projekt „Bildung in Madagaskar“ zur Verfügung, berichtete Renate Grill.
Keine schwere Aufgabe für Bürgermeister Norbert Strahllechner, der als Wahlleiter und später als „Glücksfee“ amtierte. Renate Grill stellte sich erneut zur Wahl und wurde einstimmig wieder ins Amt gewählt. Strahllechner bewertete den Dorfladen als eine „zukunftsträchtige Institution der Dorfgemeinschaft“.