Seit 50 Jahren heißt es „Obdo is“

von Redaktion

Vor 50 Jahren fiel der Startschuss für den ESV Grafengars. 41 Stockschützen trafen sich im März 1969 im Gasthaus „Lindenhof“ und gründeten den Eisschützenverein Grafengars.

Initiator und Gründungsmitglied Johann Baptist Bibinger.

Jettenbach/Grafengars – Seit 1962 trafen sich im Winter begeisterte Eisstockschützen, um an den Werktag-Nachmittagen auf einer provisorisch präparierten Eisbahn ihrem Hobby, dem „Wuidschiaßn“, nachzugehen. Sie waren es auch, die schon bald Pläne für einen festen Platz für die Eisbahn schmiedeten. Treibende Personen waren dabei Georg Danzl, Johann Bibinger junior und Georg Sax. Unterstützt wurden sie von Bürgermeister Georg Köllerer. Gesagt – getan: Der Verein wurde gegründet und gleichzeitig der Bau der Eisbahn neben dem Lindenhof beschlossen. Die Grundstückseigentümer Bibinger (Vater und Sohn) stellten dafür kostenlos das Grundstück zur Verfügung. Und dieser Entschluss war Gold wert. Seitdem ist das Hobby in Grafengars zum Freizeitsport geworden, und viele Stockschützen nehmen an Meisterschaften und Turnieren teil.

„Das Alter sagt nichts über einen Verein aus“, bemerkte Jettenbachs Bürgermeisterin Maria Maier in ihren Grußworten anlässlich der 50-Jahr-Feier des ESV Grafengars, „die Aktivitäten schreiben Geschichte“. Sie dankte dem Verein, der eine gesellschaftliche Bereicherung der Gemeinde und auch ein Vorbild für die Jugend ist.

Die Grafengarser Stockschützen luden zu einem Festabend in die Mehrzweckhalle in Jettenbach ein. Ob Küche oder Bewirtung, alles lag in den Händen der Mitglieder und bestens organisiert von Monika Heindl und Monika Holzhammer. BLSV, Eisschießkreis Mühldorf, Ortsvereine und die Stockschützenvereine aus Gars, Mittergars, Wang, Grünthal, Taufkirchen und Frauendorf nahmen an der geselligen Geburtstagsfeier teil. Für musikalische Stimmung sorgte „In oana Tour“ mit Beatrix Mang.

Gründungsmitglied Peter Heindl gab einen humorvollen Rückblick über den Start und über 50 Jahre Vereinsleben mit vielen Erinnerungen sportlich und gesellschaftlich. Anschließend wurden „olle, de ois überlebt hom“, sprich Gründungsmitglieder, geehrt. Als kleines Dankeschön gab es für Johann Baptist Bibinger, Jakob Bichler, Franz Gassenhuber, Georg Sax, Josef Wieser, Johann Heindl, Peter Heindl und Georg Heindl Brotzeitteller. Geehrt wurden auch langjährige Turnierschützen für ihren Einsatz. Mit 264 Turnieren steht Hans Knollhuber an der Spitze, gefolgt von Stefan Aigner, Peter Holzhammer und Martin Köbinger. Ein besonderer Dank ging auch an Bernhard Förster und Franz Wieser für die Herstellung von kleinen Eisstöcken, die als Erinnerungsgeschenke verteilt wurden.

Für den BLSV dankte der Zweite Kreisvorsitzende Martin Wieser dem Verein und würdigte die ehrenamtliche Arbeit. „Ein Ehrenamt wird immer schwieriger und stellt eine gewaltige Herausforderung dar, um so mehr bedarf es ein großes Lob auszusprechen“. Die beiden Monikas als Organisatorinnen überraschten zum Abschluss des offiziellen Teils natürlich auch ihren Vorsitzenden Hans Bruckmaier mit einem Erinnerungsteller für 26 Jahre Vereinsführung. „Du hast es net oiwei leicht, aber ändern wern mia uns nimmer“, versprachen sie schmunzelnd.

„Zum Wuidschiaßn auf d‘Wiesn“

„Für mich ist es eine große Freude, dass die Gründung nicht umsonst war, weil der Verein immer noch sehr aktiv ist. Ich denk noch an die Anfangszeit zurück mit all ihren Schwierigkeiten. Zum Wuidschiaßn hamm mia uns auf der Wiesn getroffen, dort wurde dann in mühsamer Arbeit eine Eisboh aufgspritzt. Wenn des Wetter ned mitgmacht hot, war des Eis bald wieda gschmolzen. Ich bin auch jetzt noch stolz auf den guaten Zusammenhalt beim Bau der Eisbahn und wenig später beim Bau des Eisschützn-Häusl`s. Es war einfach alles richtig, wia mia des gmacht homm.“fim

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