Aschau – Die Telekom ist auf der Suche nach einem Standort für einen neuen Mobilfunkmast. Profitieren soll davon der Norden Waldkraiburgs, aber auch Ortsteile von Aschau. Bürger stellen den geplanten Standort in Howaschen infrage und haben bereits Unterschriften gesammelt. Ein betroffener Bürger äußerte sich dazu in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.
Er war der Meinung, dass die Anlage in erster Linie dazu dienen werde, Versorgungslücken in Aschau und Aschau-Werk zu schließen. Auf einer Grafik der Telekom sei nämlich ersichtlich, dass der Norden Waldkraiburgs, Howaschen und Haslbach entsprechend versorgt sei. „Warum wird die Station nicht zentral errichtet“, fragte der Zuhörer. Wieso erneut in der Umgebung von Howaschen? Ein Gebiet, das bereits entsprechend versorgt sei. 60 Unterschriften gegen den Standort seien gesammelt worden, kündigte er gegenüber Bürgermeister Alois Salzeder (AWG) an.
Die angeblich gute Netzabdeckung also verbessern, obwohl es gar nicht nötig wäre? Ein Widerspruch auch für die Gemeinderäte. Daniela Reingruber (CSU) hakte nach, denn am Winterberg hätte die Gemeinde zu einem früheren Zeitpunkt zugestimmt. Hier sei sich der Mobilfunkanbieter aber schlussendlich nicht mit dem Grundstückseigentümer einig geworden. Außerdem müsse der Standort mit dem Suchkreis zusammenpassen, wie Bürgermeister Alois Salzeder sagte. Auch Barbara Bischoff (AWG) stellte den Standort infrage, wo er doch „offensichtlich nicht nötig ist“. Auch für Ernst Doleschal (CSU) ist der geplante Standort nicht nachvollziehbar: „Das Unternehmen wirbt damit, dass das Gebiet abgedeckt ist. Damit wäre der Standort also nicht nötig.“
Wo der Mast errichtet werden soll, darin sieht Bürgermeister Alois Salzeder nicht die Aufgabe der Gemeinde. „Wir können lediglich einen Alternativstandort benennen.“ An den Absichten des Unternehmens zweifelte Christian Mayerhofer: „Was will man wirklich damit bezwecken.“
Am Ende einigte sich der Gemeinderat mit der Gegenstimme von Alois Salzeder darauf, den Standort für den Mast abzulehnen. Seine Begründung: Die Abdeckung sei ausreichend da, ein neuer Mast sei damit nicht nötig. „Überall ist jemand gegen einen Mobilfunkmast, aber jeder hat ein Handy in der Tasche“, sagte Salzeder.
Vielleicht tut sich aber an anderer Stelle eine Lösung auf. Wie Bürgermeister Alois Salzeder auf Nachfrage der Heimatzeitung mitteilt, gebe es jetzt die Überlegung, auf gemeindlichen Grund in Aschau-Werk einen Mobilfunkmast zu errichten. Dann würde dort ein großer weißer Fleck auf der Landkarte verschwinden.