Waldkraiburg – Am Mittwochabend gegen 19 Uhr mussten die Einsatzkräfte die Bergung des Baggers noch abbrechen. Es war zu gefährlich. Erst am nächsten Tag gegen 11 Uhr holte ein Spezialkran die Maschine aus dem Kanal und setzte sie an Land ab.
Der Unfall hatte sich bei Arbeiten im Zuge des Ausbaus des Innkraftwerks ereignet. Wie die Polizeiinspektion mitteilt, musste der Baggerführer aufgrund der beengten örtlichen Gegebenheiten den Bagger am Gefälle abstellen. Als der Arm des Fahrzeugs zu weit in Richtung Kanal schwenkte, sei die Maschine ins Rutschen gekommen und untergegangen.
Der 24-jährige Baggerfahrer konnte sich noch rechtzeitig aus der Kabine retten. Etwa 300 Meter unterhalb der Pürtener Innkanalbrücke kanalabwärts versank das Fahrzeug. Wie das Landratsamt, dessen Fachbereich Katastrophenschutz mit den Feuerwehren sowie dem Technischen Hilfswerk alarmiert wurde, gestern meldete, versuchten noch am Mittwoch die Feuerwehren aus Pürten und Waldkraiburg sowie die Wasserwacht Waldkraiburg mit schwerem Gerät und Tauchern den Bagger in einer Tiefe von fünf Metern zu fixieren und aus dem Wasser zu bergen.
Am Abend mussten die Arbeiten eingestellt werden.
Am Donnerstag früh, kurz nach 8 Uhr, wurde die Bergung wieder aufgenommen. Hierbei kamen Taucher vom THW in Landshut und Mühldorf mit schwerem Gerät zum Einsatz. Von einer Fachfirma wurde ein Schwerlastkran angefordert, um den vier Tonnen schweren Kleinbagger zu bergen. Die Feuerwehr Pürten unterstützte die Bergung mit Einsatzkräften sowie mit Sicherungsmaßnahmen.
Gegen 11 Uhr war der Bagger wieder am Tageslicht. Eine Überprüfung des Gewässers durch das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim habe ergeben, dass weder Diesel noch Ölgemisch ausgetreten sei, so das Landratsamt auf Anfrage. Zu keiner Zeit der Bergung habe eine Umweltgefährdung durch austretende Betriebsstoffe bestanden.
Der Bagger wurde durch die Fachfirma abtransportiert. Bei dem Sturz ins Wasser ging die Seitenscheibe des Kabinenhäuschens zu Bruch. Wie hoch der Gesamtschaden ist, ist nicht bekannt.
Dem Verbund liegt noch kein endgültiger Unfallbericht vor, um den Zwischenfall genau bewerten zu können. Genau für solche Fälle sei vor Beginn der Bauarbeiten ein Sicherheitskonzept entwickelt worden, sagte auf Nachfrage Wolfgang Syrowatka, beim Verbund zuständig für die Projektkommunikation. Dazu zählen zum Beispiel auch Schwimmwesten für die Arbeiter. Den Bagger aus Sicherheitsgründen anzuhängen, sei gar nicht so einfach möglich. „Dazu bräuchte es einen entsprechend schweren Ankerpunkt.“
An der Bergung waren elf Einsatzkräfte des THW beteiligt sowie sieben Feuerwehrleute aus Pürten zur Absicherung. Die Polizei Waldkraiburg war mit zwei Streifen vor Ort.
Ein Mitarbeiter vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim sowie zehn Mitarbeiter vom Kraftwerksbetreiber VERBUND waren ebenfalls im Einsatz. Geleitet wurde die Aktion vom THW, Ortsverband Mühldorf, sowie dem Katastrophenschutz des Landratsamtes.