Kinderhaus-Defizit wird übernommen

von Redaktion

Gemeinderat Gars: 67200 Euro Mehrkosten müssen aufgefangen werden

Gars – 67200 Euro –so hoch ist das Defizit 2018 des Kinderhauses St. Antonius Gars und des Landkindergartens Au, beide in der Trägerschaft des Franziskushauses Au. Der Marktgemeinderat hatte sich in seiner jüngsten Sitzung damit zu befassen. Unter anderem hat das Prädikat „Landkindergarten“ höhere Kosten verursacht.

Bürgermeister Norbert Strahllechner legte die Gründe dar, die zu diesem Defizit geführt hatten. Er bedauerte, dass er den Geschäftsführer des Franziskushauses nicht doch gebeten hatte, in der Sitzung über die speziellen sachlichen und fachlichen Rahmenbedingungen der Kostenkalkulation dieser Betreuungseinrichtungen darzulegen. Zur Frage von Michael Kasenbacher (CSU), wie das Defizit entstanden sei, führte Strahllechner aus, dass einerseits gesetzliche Auflagen, andererseits das Prädikat „Landkindergarten“ einen bestimmten Kostenrahmen unvermeidlich machten. Die Umsetzung des Bayerischen Betreuungsgesetzes habe eine solche Kostensteigerung gebracht, beispielsweise sei ein fixer Betreuungsschlüssel vorgeschrieben und es gebe Vorschriften zu der Größe der Räumlichkeiten. Leider sei auch im zugrundegelegten Haushaltsplan nicht berücksichtigt worden, dass immer wieder durch Personalausfall, etwa durch Krankheit, erhebliche Zusatzkosten entstanden seien.

Michael Inninger (CSU) vermutete, dass Defizite der vergangenen Jahre wohl nicht so präzise errechnet worden seien und dass sich auch ein gesellschaftlicher Wandel – der sich in der längeren Verweildauer der Kinder in der Einrichtung niederschlage – auswirke. Zwar sollten die Beiträge angehoben werden, so Strahllechner, aber diese Maßnahme greife erst im kommenden Kindergartenjahr. Toni Lentner (FW Lengmoos) und der Bürgermeister waren sich einig, dass der Haushaltsansatz von Anfang an falsch gewesen sein müsse. Das Defizit müsse in jedem Fall übernommen werden.

Strahllechner betonte, dass die Gemeinde froh sein müsse, einen Träger wie das Franziskushaus zu haben, und er versprach, dass detaillierte Informationen durch den Geschäftsführer in einer kommenden Sitzung nachgereicht werden sollten. In Absprache mit dem Franziskushaus müsse geklärt werden, mit welchen Maßnahmen künftige Defizite verhindert werden könnten, forderte Georg Suittenpointner (FW Mittergars) und fand dafür allgemeine Zustimmung. Toni Lentner stellte die Frage, ob man es durch ein zu hohes Platzangebot den Eltern nicht zu leicht mache, Kinder zum eigenen Vorteil in Kinderkrippen „abzuschieben“, eine Studie habe negative Auswirkungen solchen Verhaltens auf die Kinder nachgewiesen.

Dem hielt Strahllechner entgegen, dass es Aufgabe der Kommune sei, die Kinderbetreuung sicherzustellen. Sache der Eltern sei es abzuwägen, ob sie ihre Kinder betreuen lassen wollten oder nicht: „Wir haben Pflichten, wir kommen nicht aus.“ So lange er Bürgermeister sei, müsse man neuem Platzbedarf gerecht werden und Vorsorge sei nötig, das zeige sich auch in anderen Gemeinden des Landkreises. Das Defizit wird übernommen.

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