38 Meter sind zu lang

von Redaktion

Die Gemeinde Aschau will weiteren Wohnraum schaffen. Aber nicht in jeder Größe. Denn der geplante Bau eines Mehrfamilienhauses ist vielen Gemeinderäten einfach zu groß.

Aschau – Ein Mehrfamilienhaus mit 15 Wohneinheiten soll zwischen Hauptstraße und Pfarrheim entstehen, nördlich davon liegt das ehemalige Gasthaus Pichlmeier. 38 Meter soll es lang werden, 16 Meter breit, zwei Obergeschosse und Platz für Wohneinheiten haben. Ein entsprechender Antrag auf Vorbescheid für den Neubau lag dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung vor. „Ein relativ großer Bau, aber es gibt größere in der näheren Umgebung“, sagte Geschäftsstellenleiter Stefan Kirchbuchner. Die Frage, die sich der Gemeinderat stellen musste: Fügt es sich in die Umgebung ein?

Am Stil hatte keiner etwas zu kritisieren, die ländliche Bauweise wurde sogar gelobt im Gremium. Doch 38 Meter war den meisten dann doch zu lang. „Das Gebäude ist länger als der Block an der Hauptstraße. Das ist eine große Nummer“, kritisierte Ernst Doleschal (CSU). Die Zufahrt könne ein Problem werden.

Als „überdimensioniert“ bewertete Dritte Bürgermeisterin Daniela Reingruber (CSU) den Entwurf. Die Folge sei ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, das Dorffest wird dadurch „beschnitten“. Der Pflasterbereich vor dem Pfarrheim könne durch die Verkehrsbelastung Schäden nehmen. „Es wäre schade, wenn man den Platz zerstören würde, weil man wegen Schäden asphaltieren muss.“

Die Verkehrssituation bewertete auch Walter Kirsch (SPD) als nicht einfach. Bei Veranstaltungen werde es noch schwieriger. Probleme beim Ein- und Ausfahren prognostizierte auch Bärbel Bischoff (AWG). Für das Mehrfamilienhaus sind 18 Tiefgaragenplätze vorgesehen sowie neun Parkplätze. Damit erfülle der Plan den Stellplatzschlüssel von 1,5.

Nichts auszusetzen hatte Hans Baumgartner (SPD): „Man soll sich von der Länge nicht abschrecken lassen.“ Immerhin existieren schon andere Gebäude. Er könne mit dem Bau leben. Eine Meinung, die auch Thomas Wintersteiger (CSU) teilt. Es gebe im Ort bereits so große Wohnungen, und Bewohner würden schon jetzt mit ihren Autos über den Platz am Pfarrheim fahren.

„Wohnungen werden für Aschau gebraucht“, sagte Günter Manz (AWG), der beim Durchgangsverkehr keine Probleme sah. Wenn das Gebäude zu groß sei, darüber lasse sich sicher reden.

„Mit was kann die Gemeinde dann leben, wenn wir ablehnen“, fragte Bürgermeister Alois Salzeder (AWG). Der Entwurf an sich stört nicht, nur die Länge. Also soll man dem Bauherren signalisieren, dass die Gemeinde mit einer kürzeren Version einverstanden ist.

Den Vorschlag von Zweitem Bürgermeister Manfred Römer (SPD) nahm das Gremium auf und stimmte mit vier Gegenstimmen dafür.

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