Geschäftsidee ohne Risiko

von Redaktion

Der Start in ein eigenes Unternehmen kann holprig sein. Ganz ohne Risiko versuchen sich die Gymnasiasten Moritz Heumeier und Yannick Säckl. Sie nehmen beim Gründungsspiel „Ideen machen Schule“ der Hans-Lindner-Stiftung teil. Ihre Idee: ein intelligenter Ordner.

Waldkraiburg – Eine eigene Existenz aufbauen – ein Gedanke, den Moritz Heumeier und Yannick Säckl aus der zehnten Klasse durchaus interessant finden. Daher mussten sie auch nicht lange überlegen, als stellvertretender Schulleiter Thomas Fraundorfner nach Teilnehmern für das Gründungsspiel „Ideen machen Schule“ suchte. „Auf diese Weise bekommen wir einen Einblick, was wirtschaftlich zu beachten ist, um einen Finanzplan zu erstellen“, sagt Yannick.

Doch vor dem Businessplan braucht es erst einmal eine gute Geschäftsidee. Eine erste verwerfen sie bald wieder, spontan kommt ihnen dann die Idee eines intelligenten Ordners. Ähnlich einem normalen Aktenordner, nur eben mit einem Minicomputer ausgestattet, das Register mit LED’s versehen. Schüler haben damit Zugriff auf ihren Stundenplan, das Register zeigt an, für welche Fächer die Hausaufgaben bereits erledigt sind oder für welches noch etwas zu tun ist. Das gute daran: Der Minicomputer ist an der Schule erlaubt, ein Handy, das die gleiche Funktion übernehmen könnte, ist es eben nicht.

Die Vorlage für den Businessplan erarbeiten die beiden Schüler mit Thomas Fraundorfner. Die weitere Arbeit haben sie allein übernommen. „Da gehörte viel Recherchearbeit dazu“, sagt Fraundorfner. Den Aufwand bemessen, Mitarbeiterstunden oder die Kosten für die LED’s. Die beiden Schüler haben längst alles durchdacht: Im ersten Jahr soll die ganze Arbeit nebenbei erledigt werden, für das zweite Betriebsjahr kalkulieren sie schon mit einer größeren Nachfrage, sodass eventuell auch schon die ersten Mitarbeiter eingestellt werden könnten. Das unternehmerische Risiko ist gering – auch auf dem Papier: „Jeder hat nebenbei seinen eigenen Job und die Investitionen sind gering“, sagt Moritz. Im dritten Jahr könnte sich der Umsatz sogar schon verdoppeln.

Der Verkaufspreis liegt bei 79 Euro inklusive Versand. „Den Ordner soll es nur per Versand geben. Das ist viel einfacher, weil wir so kein Ladengeschäft brauchen“, sagt Yannick. Die Marketingkosten sind gering, geworben werden soll über Facebook und Instagram. Ihre Prognose: „Es braucht keine hohen Stückzahlen, damit der intelligente Ordner Gewinn abwirft.“ Ab etwa 500 verkauften Ordnern würde es sich schon lohnen.

Auch eine kleine Marktstudie gibt es bereits. „Wir haben unsere Idee in der achten, zehnten, elften und zwölften Klasse vorgestellt“, sagt Yannick. In den niedrigeren Klassen konnten sich 90 Prozent der Schüler vorstellen, einen intelligenten Ordner zu kaufen, in den höheren waren es noch 80 Prozent.

Am Gründungsspiel der Hans-Lindner-Stiftung aus Arnstorf nehmen jährlich etwa 700 Schüler ab der achten Klasse aus Niederbayern und der Oberpfalz teil. Ganz praktisch können die Schüler erleben, wie es ist, Unternehmer zu sein. In Teams erarbeiten die Schüler ein möglichst realitätsnahes Gründungskonzept mit einer eigenen Geschäftsidee. Schritt für Schritt gehen sie den Weg der Existenzgründung mit allen Hürden und Möglichkeiten ¬ aber eben ganz ohne Risiko.

Moritz Heumeier und Yannick Säckl haben sich mit ihrem intelligenten Ordner für das Regionalfinale am 3. Juni in Landshut qualifiziert. In sieben Regionalfinalen werden dann die insgesamt fünf besten Teams ermittelt, die dann für das Finale ihre Geschäftsideen präsentieren. Das Gymnasium Waldkraiburg nimmt zum ersten Mal teil. In Richtung Wirtschaft soll es für die beiden auch nach der Schule weitergehen – entweder ein BWL-Studium oder ein Master in Wirtschaft verbunden mit einem Ingenieurstudium.

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