Musik quer durch sieben Jahrzehnte

von Redaktion

Konzert des Musikvereins

Waldkraiburg – Mit Musik quer durch sieben Jahrzehnte und viele Stilrichtungen wollten die beiden Blasorchester des Musikvereins ihrem Publikum die Frühjahrsmüdigkeit austreiben. Und sie hielten ihr Versprechen.

In die flippige Flower-Power-Zeit versetzte die Jugendkapelle unter Leitung von Raimund Burger gleich zu Beginn mit ihrem „Les Humphries“-Medley und gab damit der Vorsitzenden des Vereins Bianca Filipp recht, die das Publikum mit den Worten empfing: „Der Winterschlaf hört auf, die Frühjahrsmüdigkeit fängt an – aber nicht bei uns. Denn unser bunter Melodienstrauß erfrischt und macht alle hellwach!“

Gegen Winterschlaf und Müdigkeit

Dies bewies nicht nur die „Twilight-Saga“, sondern vor allem das folgende „Get Movin`“ mit den Solisten Anja Schlesag am Saxofon, Gabriele Burger und Daniel Losbichler mit ihrer Trompete und Robert Stimmer am Waldhorn. So „in Bewegung“ gebracht, waren die Zuhörer neugierig auf „When you say nothing at all“, das Solist Alexander Milius vortrug, vom Chorleiter übersetzt mit: „Es ist am besten, wenn man die Klappe hält.“ Nur die Sänger nicht. Das folgende Stück „Sister“ interpretierte Burger mit dem Hinweis auf den ESC-Erfolg von Sergio & The Ladies im Jahr 2002.

Marschartiger Bigband- Sound riss die Zuhörer aus den Überlegungen bei der Titelmelodie von JAG, dem „The Great Locomotive Chase“ folgte. Hier konnten die Zuhörer die Entführung der Loks um 1860 in den amerikanischen Südstaaten musikmalerisch hautnah miterleben. Zu früh setzte scheinbar der Applaus ein, denn der Schlussakkord fehlte noch, meinte der Dirigent. Tief war dann das Aufatmen der jungen Musiker nach überstandenem Mammutpensum zu hören. Und sie ließen noch völlig entspannt ihr viel beklatschtes „Rockin` over the World“ mit dem Ohrwurm „I like it, I like it, I like it“ hören.

Nach der Pause übernahm Ferenc Szelim Bene den Dirigentenstab. Der Streifzug seines Blasorchesters durch sieben Jahrzehnte Rock- und Pop-Musik und ihrer prägenden Künstler wurde mit passenden Dias illustriert, die Reihenfolge mit einem Glücksrad entschieden. So führte Moderator Florian Schlesag gleich zum Glamour-Quartett „ABBA“ mit einem Medley hin, das viele Zuhörer mitsummen ließ.

Ihm folgte Edith Piafs gefühlvolles „La vie en rose“: Wenn er mich in den Armen hält, sehe ich alles durch eine rosarote Brille. Vorprogrammiert war, dass für die 60er-Jahre die Beatles mit den Erfolgshits „Yesterday“ oder „Let it be“ nicht nur beim älteren Publikum Erinnerungen weckten.

In die Gegenwart entführte das Blasorchester dann mit „Perfect“ von Ed Sheeran, einem getragenen Liebeslied, und als rhythmischen Kontrast dazu dem südamerikanischen Lambada. Als weiteres Highlight präsentierte Ferenc Szelim Bene mit seiner „Band“ gekonnt den Musikstil des King of Rock ’n’ Roll Elvis Presley bei „Can`t help fallin in love“ mit Florian Schlesag am Solo-Saxofon.

Ganz nach dem Geschmack des Publikums ging es weiter mit den Zwanzigern und „Singin` in the rain“, Glanzlicht dabei das steppende Schlagzeug von Adrian Gruber, bei dem man Gene Kelly tanzen sehen konnte. Einen beeindruckenden Schlusspunkt setzte das BoneyM-Medley, bei dessen „Rivers of Babylon“ oder „Daddy Cool“ das Publikum lautstark mitklatschte. Und dieser Beifall ebbte erst allmählich ab nach dem gemeinsamen Auftritt der beiden Kapellen als große Musikvereins-Bigband und „If tomorrow never comes“.

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