Am Sonntag

Wer braucht schon Hightech-Spielzeug?

von Redaktion

Wer braucht schon Hightech-Spielzeug? Wenn es mindestens genauso spannend ist, jene Spielsachen genauer unter die Lupe zu nehmen, von denen einst unsere Großeltern richtig begeistert waren. Gelegenheit dazu bietet eine Ausstellung im Heimatmuseum Kraiburg.

Kraiburg – Hilfe – Deckung! Im Heimatmuseum in Kraiburg sprengt sich ein Panzer selber in die Luft. Keine Sorge: Es ist nur ein Spielzeugpanzer aus Holz, der sich zu vielen anderen Spielsachen gesellt, die der Kulturkreis jetzt im zweiten und dritten Stock des Museums an der Jettenbacher Straße vorstellt. Der Titel der Ausstellung „Gespieltes Spielzeug“.

Franz Genzinger vom Kulturkreis kam auf die Idee, den großen und kleinen Besuchern Spielzeug von anno dazumal zu präsentieren. Dabei wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Vielmehr geht es um den Spaß, sich die zahlreichen alten Schätze aus privaten Leihgaben anzuschauen. Puppen, Faltbücher, Küchengeschirr, Pferdefuhrwerke, Puppenwagen, Playmobil-Figuren, Musikinstrumente, Bären & Co. erzählen allein schon durch ihre Anwesenheit Geschichten aus längst vergangenen Tagen.

Obwohl sämtliche Gegenstände eine stattliche Anzahl an Jahrzehnten auf ihren alten Buckeln haben, sehen die meisten noch ziemlich gut aus. In die Ausstellung durften natürlich nur solche Spielzeuge wandern, die auch tatsächlich von Kindern benutzt wurden.

Wie Franz Genzinger bei der Vernissage verkündete, reichte ein Aufruf in der Tagespresse sowie unter den Mitgliedern des Kulturkreises und schon trudelten die ersten Spielsachen für die geplante Ausstellung ein. Genzinger schmunzelt: „Wir hätten die ganze Remise mit alten Spielwaren füllen können.“ Auch Kraiburgs Zweite Bürgermeisterin Anette Lehmann steuerte Exponate bei. Unter den gezeigten Gegenständen gibt es echte Raritäten.

Ein Glanzstück sitzt beispielsweise in einer Vitrine gleich im Vorraum der Ausstellung. Es ist ein rund 90 Jahre alter Teddybär im Originaldress der Kraiburger Fußballer, der keck in die Welt schaut und die Museumsbesucher begrüßt.

Karin Eckbauers Herz indes hängt an einer Puppenstube, die Anfang der 50er- Jahre ihr Vater für sie baute. Gerne stellt die Kraiburgerin die ganz persönliche Kostbarkeit aus: „Mein Papa richtete die Stube ganz im Stil der damaligen Zeit ein. Sogar an ein Potschamperl hat er gedacht.“

Aber auch für die Buben gibt es im „Spielzeugland“ einiges zu entdecken. So können sie der Frage nachgehen, wie Indianer und Soldaten früher miteinander kämpften, und warum uns ein Bauernhof aus Großvaters Zeiten heutzutage ein bisschen seltsam vorkommt. Auch der zu Beginn erwähnte Panzer, der sich nach dem „Mausefallen-Prinzip“ selbst zerlegt, dürfte für die Buben neben einer Dampfmaschine ein wahrer Hingucker sein.

Das Spielzeugland ist wieder offen

Wer gerne ein bisschen in die Vergangenheit eintauchen möchte, für den öffnet das Heimatmuseum am Sonntag, 2. Juni, zwischen 14 und 17 Uhr wieder seine Türen. Die Ausstellung ist immer am ersten Sonntag im Monat zu diesen Zeiten zu sehen. Wie der Kulturkreis betont, können Schulen, Vereine oder Gruppen unter Telefon 08638/4866 auch einen anderen Termin vereinbaren. huc

Artikel 1 von 11