Waldkraiburg – Ein rundes Jubiläum feiert die Grundschule an der Beethoven-Straße in Waldkraiburg-Süd. Vor einem halben Jahrhundert begann für fast 300 Schüler der Unterricht an der zweiten von heute insgesamt vier Grundschulen im Stadtgebiet. Acht Lehrkräfte unterrichteten acht Klassen mit durchschnittlich 37 Kindern an der Schule, in der auch zwei Klassen der Förderschule untergebracht waren.
Derzeit verteilen sich 190 Schüler in neun Klassen. 18 Lehrkräfte gehören zum Kollegium. In allen Jahrgangsstufen gibt es sogenannte Kooperationsklassen, in denen Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf integriert sind und in Zusammenarbeit mit dem Förderzentrum gezielt begleitet werden.
Nicht nur in dieser Beziehung steht die Schule heute vor ganz anderen Herausforderungen als vor 50 Jahren. Damals hat die Statistik ein Kind aus Jugoslawien, drei aus der Türkei und eines aus Polen ausgewiesen. Heute liege der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund bei über 60 Prozent, sagt Rektorin Margit Lang. Das heißt, diese Kinder oder ein Elternteil wurden nicht in Deutschland geboren, beziehungsweise ihre Muttersprache ist nicht Deutsch.
Margit Lang kam schon vor 21 Jahren als Konrektorin an die Schule. Nach drei Jahren in Kraiburg, wo sie die dortige Teilhauptschule leitete, kehrte sie vor 15 Jahren als Schulleiterin an die Beethovenschule zurück. „Für die Anforderungen eines modernen Schulbetriebs ist das Gebäude seit Jahren zu klein“, sagt Lang. Die beiden Horte sind deshalb ausgelagert, der Fachunterricht erfolgt in Containern. Für die Kooperationsklassen fehle es an den nötigen Nebenräumen. „Und wir haben immer noch gemeinsame Umkleideräume für Buben und Mädchen.“ Aus diesem Grund ziehen sich Schüler in den Duschräumen um. Bei zwei Evaluationen, die ein Institut für das Kultusministerium vornahm, sei dies bemängelt worden, so Lang.
Die Beethovenschule ist da kein Sonderfall. Im Moment gebe es an keiner Grundschule getrennte Umkleiden, so die Stadt in einer Stellungnahme. Schon beim Sportdialog der Stadt mit den Sportvereinen wurde die Situation an der Beethovenschule angesprochen. Demnach ist die Stadt dran, zwei getrennte Räume zu schaffen. Die Maßnahme sei aber wegen der Unklarheit über die Ausführung mehrfach verschoben worden.
Die Stadt als zuständiger Sachaufwandsträger macht der Schule keine Hoffnung, den Geburtstagswunsch nach einer Modernisierung und Erweiterung kurzfristig erfüllen zu können. „Bei den eingesetzten Containern, handelt es sich um hochwertige Container, die sehr gut in den Schulalltag integriert sind.“ Schulgebäude werden laufend saniert, heißt es weiter in der Stellungnahme. Zuletzt seien an der Beethovenschule die Fenster erneuert worden, so Martina Kainz von der Stadtverwaltung auf Anfrage.
Eine „deutlich erkennbare Verbesserung“ der Raumsituation darf sich die Schule erst im Rahmen des Schultausches der Liszt-Mittelschule und des Förderzentrums erwarten, der derzeit vorbereitet wird. Dabei geht es unter anderem um die Horte, die sich derzeit in der Mittelschule sowie im BRK-Haus befinden, so Kainz.