Waldkraiburg – Das „Dialog-Fastenbrechen“ nach dem moslemischen Fastenmonat Ramadan, zu dem die DITIB Jugend Waldkraiburg und das „Mühldorf ist bunt“-Netzwerk für Demokratie und Toleranz in die Bunkerkirche eingeladen hatten, fand den erwartet großen Zuspruch durch Besucher mit und ohne Migrationshintergrund.
Manch einer bekannte, gerade wegen des offenen Briefes der AfD, in dem der Kreisjugendring (KJR) aufgefordert worden war, die Zusammenarbeit mit der DITIB Jugend Waldkraiburg „unverzüglich und vollständig“ zu beenden (wir berichteten), gekommen zu sein. Der Kreisjugendring hatte dieses Ansinnen zwar schon zurückgewiesen, aber auf die Reaktionen der Besucher durfte man dennoch gespannt sein: Schon die Anwesenheit etlicher politischer Funktionsträger, der Vertreter beider Kirchen sowie zahlreicher Bürger aus mehreren Generationen war ein beredtes Zeugnis.
Die deutlichen Statements zur Eröffnung taten ein Übriges: Einig waren sich alle Redner in der Überzeugung, dass die durchsichtige Brief-Aktion keinerlei sachliche Berechtigung habe. Kristin Hüwel, Vorsitzende des Netzwerks, erinnerte an christliche Grundhaltungen und wies nach, dass Ausgrenzungen an kein Ende führten. Nurseda Baskent, Dialogbeauftragte der DITIB Jugend, zitierte einen Filmemacher, der nach dem rechtsextremistischen Brandanschlag von Solingen gesagt habe: „Meine Liebe zu dieser Heimat ist größer als der Hass derer, die glauben, dieses Land für sich gepachtet zu haben.“
Landrat Georg Huber (CSU) stellte fest, dass man in einer globalisierten Welt aufeinander angewiesen sei, dankte der Geistlichkeit für Handeln mit Rückgrat und fragte, was eine solche Luftnummer schon gegen erwiesen gelungenes Zusammenleben sei.
Waldkraiburgs Zweiter Bürgermeister Richard Fischer (SPD), würdigte im Namen der Stadt die DITIB Jugend für die Aktivitäten, die man im Geist des Dialogs gestalte, und für die Zusammenarbeit in Fragen rund um die Betreuung von Asylbewerbern.
Das Zusammenleben von 104 Nationalitäten in Waldkraiburg könne nur „offen und bunt“ und in ehrlicher Kommunikation gelingen. Von Demagogen, die die Demokratie infrage stellen wollten, dürfe man sich nicht verunsichern lassen, Menschlichkeit und Würde des Menschen seien in den Vordergrund zu stellen.mün