Zeuge der Eiszeit

von Redaktion

Findling am Ortseingang von Stadl wiegt 23 Tonnen

Unterreit – Seit fast 40 Jahren steht in der Hauptstraße in Stadl ein 23 Tonnen schwerer Findling. Diese Relikte aus der Eiszeit sind meist einzeln liegende sehr große Steinblöcke.

Sie wurden während der Eiszeit durch Gletscher transportiert und blieben irgendwo in der Landschaft liegen, oft als Einzelstücke mitten in der Natur. „Findling“ als Bezeichnung verwendet man erst ab einem Volumen von einem Kubikmeter.

Viele Jahrtausende liegen die Steine an ein und derselben Stelle. Der bekannteste Vertreter in der näheren Umgebung ist der sagenumwobenen Bräundlstein bei Reichertsham/Babensham (wir berichteten).

Der riesige Stein in Stadl hat auch eine besondere Geschichte. Er durfte seinen Standort verändern und „umziehen“ und bildet jetzt einen Blickfang für neugierige Betrachter.

„Der Findling wurde 1980 bei Bauarbeiten in Wang freigelegt. Hier ist ein Moränenhügel, den das Eis damals vor sich hergeschoben hat. Da ich so einen Stein als stummen Zeugen unserer heimatlichen Erdgeschichte sehe, ließ ich den etwa drei Meter breiten und gut vier Meter hohen Stein zu mir nach Hause bringen und in einer Mulde neben der Straße aufstellen“ so der Eigentümer Ludwig Weinberger.

Hätte er damals nicht so schnell reagiert, würde der schöne Stein wohl weitere Tausende von Jahren unter der Erde liegen.

Weinberger erzählt, welch aufwendige Aktion damals der Steintransport war. „Wir mussten ihn auch sicher aufstellen. Der Schwerpunkt des Steines liegt jetzt unter der Erde, sodass er nicht umstürzen kann.“ Zusätzlich wurde der Findling mit mehreren großen Steinen, die ebenfalls von seinem Fundort stammen, gesichert und umrahmt.

Weinberger erzählt auch, dass immer wieder Radwanderer an seinem Stein eine Pause einlegen. „Dann sitzen sie hier und betrachten und bewundern den Findling und wenn ich in der Nähe bin, muss und darf ich immer wieder die Geschichte von der ,Rettung‘ des Findlings erzählen.“

Wer ihm zuhört, erfährt, welch hohen Wert dieser steinerne Zeuge für den betagten Eigentümer hat.

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