Weniger Unfälle, mehr Verkehrstote

von Redaktion

Vier Menschen, so viele wie seit Langem nicht mehr, sind im Jahr 2018 bei Verkehrsunfällen oder an deren Folgen im Bereich der PI Waldkraiburg ums Leben gekommen. Dabei ist die Zahl der Unfälle gesunken, auch an ehemals unfallträchtigen Stellen.

Waldkraiburg – 881 Verkehrsunfälle haben sich 2018 auf den Straßen in Waldkraiburg und den Nachbargemeinden Aschau, Kraiburg, Jettenbach, Taufkirchen und Unterreit ereignet. Dazu kommen 253 weitere Unfälle, die Beamte der Polizeiinspektion Waldkraiburg in den Nachtstunden im Bereich der Polizeistation Haag zu betreuen hatten. Die Zahlen sind gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, im Gesamtgebiet ebenso wie in der Stadt selbst.

Und dennoch weist die Statistik, die der Leiter der Inspektion, Georg Deibl, und der Verkehrsbeamte Erich Gottwald in einem Gespräch mit unserer Zeitung erläuterten, einen Wert auf, der die erfreuliche Bilanz trübt: Nach zwei Jahren ohne Verkehrstote im Bereich der PI waren 2018 vier Todesopfer zu beklagen. Im vergangenen Jahrzehnt wurde diese Zahl nur 2015 erreicht. Aus Sicht der Polizei „ein tragischer Zufall“, denn die Ursache für die Unfälle sind sehr unterschiedlich. Auch durch eine andere Beschilderung oder Baumaßnahmen wären sie nicht zu verhindern gewesen.

Bei Taufkirchen kam ein Motorradfahrer beim Überholmanöver eines Autofahrers ums Leben. Ein Radfahrer, der alkoholisiert war, stürzte und starb. Und bei einem Unfall am Kreisverkehr am Stockhamer Berg verunglückte ein Ehepaar mit dem Pkw. Beide starben an den Folgen, der Fahrer 45 Tage danach, weshalb er in der offiziellen Statistik der Polizei nicht mehr als Unfalltoter erfasst wird.

Mehr Schwerverletzte bei Unfällen

Die Waldkraiburger Zahlen schlagen sich in einem deutlichen Anstieg der Verkehrstoten auf Straßen im Landkreis Mühldorf nieder: Drei waren es 2017, elf im Jahr 2018.

Ein Anstieg ist im Bereich der PI Waldkraiburg ebenso bei der Zahl der Schwerverletzten zu verzeichnen: 27 waren es 2018, sieben mehr als 2017, sogar elf mehr als 2016. Allerdings lagen hier die Werte vor einigen Jahren sogar deutlich über 30.

Eine gute Nachricht: An den Stellen, die in den Vorjahren als besonders unfallträchtig galten, gab es weniger Unfälle. Das gilt für die Pürtner Kreuzung (2018: zwei Unfälle mit vier Verletzten/2017: acht Unfälle mit fünf Verletzten) ebenso wie für die Kreuzung Graslitzer/Aussiger Straße, wo sich 2017 noch sechs Unfälle mit sechs Verletzten ereigneten, 2018 aber nur noch einer mit einer leicht verletzten Person. Eine Erklärung hat die Polizei dafür nicht, möglicherweise hängt es mit einer vorübergehenden Sperrung und den Baustellen in diesem Bereich zusammen. Seit das Linksabbiegen unterbunden wird, hält an der Einmündung der Kreisstraße MÜ 20 in die Staatsstraße 2091 (Nähe Aldi) der rückläufige Trend an: Dort gab es nur einen Unfall mit Blechschaden. Und am Ensdorfer Berg sank die Zahl der Unfälle von sechs auf vier. 2017 gab es noch drei Verletzte, 2018 wurde niemand verletzt. „Eventuell tragen hier die Geschwindigkeitsbeschränkungen für den ganzen Berg bereits Früchte“, so Erich Gottwald, der wiederholt mit dem Lasermessgerät vor Ort war.

Nur auf der Staatsstraße 2352 von Waldkraiburg nach Mühldorf wurden es mehr Unfälle: 2018 waren es vier mit fünf verletzten Personen, 2017 zwei mit vier Verletzten.

Weniger Unfälle

am Ensdorfer Berg

Als häufigste Unfallursache weist die Statistik bei den schweren Verkehrsunfällen das Nicht beachten der Vorfahrt (62 Fälle) und zu hohe Geschwindigkeit (29) aus. Bei zwölf Unfällen hatten die Verursacher zu viel getrunken.

Artikel 4 von 11