Waldkraiburg – Die Stadtverwaltung suche junge Familien für ein Fotoshooting. Für den städtischen Internetauftritt und weitere Werbemaßnahmen in Print und online sollen authentische und lebendige Bilder entstehen, die das Leben in Waldkraiburg zeigen. Über den Elternbrief des Gymnasiums ist Manuela Plenk auf diesen Aufruf der Stadt aufmerksam geworden. „Ich fand die Idee witzig“, sagt die 42-Jährige. Und so wurden die Plenks aus Heldenstein ebenso wie eine Familie aus Waldkraiburg und die beiden Vorsitzenden des Seniorenbeirats, Erika Fischer und Martin Ganghofer, Werbeträger für die Stadt Waldkraiburg.
Waldkraiburg ist ihr Lebensmittelpunkt
Eineinhalb Tage dauerte das Shooting mit dem professionellen Fotografen einer Agentur, die die Stadt mit dem Projekt beauftragt hatte. Im Rathaus und im Haus der Kultur, vor den Schulen, beim Radfahren am Inn, im Stadtpark, beim Eisessen und Einkaufen, am Skaterpark, in Cafés und Lokalen, auf dem Wochenmarkt wurden die Waldkraiburg-Models ins rechte Bild gesetzt.
Vor 20 Jahren stand Manuela Plenk schon einmal vor der Kamera, für einen Reiseprospekt der Lufthansa. „Acht Stunden für eine Szene.“ Sie hat also „gewusst, was auf uns zukommt. Aber ich hätte nicht gedacht, dass wir drankommen“. Den Ausschlag gab wohl die Tatsache, dass die Plenks „keine richtigen Familienfotos haben“. Die ungewöhnlichen Bewerbungsfotos seien vor einigen Jahren auf einem verfallenen Bauernhof entstanden, im 50er-Jahre-Stil in der damals typischen Bekleidung.
„Wir mussten gar nichts vorspielen“, sagt Manuela Plenk zum aktuellen Shooting. „Das Haus des Buches zum Beispiel lieben wir. Wir lesen viel und haben bei diesem Termin wirklich Bücher ausgesucht.“ Nicht nur dort sind die Plenks regelmäßig. „Seit wir vor zehn Jahren aus München zugezogen sind, ist Waldkraiburg unser Lebensmittelpunkt“, so die 42-jährige Heldensteinerin. Ihr Mann Florian (42) arbeitet bei einer großen Waldkraiburger Firma. Tochter Teresa (10) geht aufs Gymnasium in der Stadt. „Ich kaufe dort ein.“ Der ganzen Familie, dazu gehört auch der sechsjährige Raphael, habe das Shooting großen Spaß gemacht, erzählt die Mama. „Die Kinder fanden es toll.“ Bedenken, ob sie sich so lange würden konzentrieren können, waren schnell zerstreut.
Saisonkarte fürs Waldbad als Honorar
Auch für Erika Fischer und Martin Ganghofer war das Shooting eine neue Erfahrung. „Wir sind dazu gekommen, wie die Jungfrau zum Kind“, lacht der stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats. Andere Senioren haben sich vermutlich nicht getraut. Also musste mal wieder der Seniorenbeirat einspringen. Der Einsatz des Berufsfotografen, „der sich auf den Boden geschmissen hat, um uns zu fotografieren“, hat Erika Fischer beeindruckt. Ansonsten habe sie sich um die Kamera nicht weiter gekümmert. „Wir haben so gut geratscht.“ War‘s anstrengend? Iwo. „Erholsam war‘s. Wir konnten nichts anderes machen und haben uns bestens unterhalten.“
Und, wurden sie schon auf die Bilder angesprochen? Die ersten Fotos stehen bereits online. Bislang gab es noch keine Rückmeldungen darauf. Das „Honorar“ gab es freilich schon. Eine Familienjahreskarte fürs Waldbad. „Das passt“, sagt Manuela Plenk. „Raphael muss noch schwimmen lernen. Von daher war das super.“