Ein Fest für die Sinne–der Wochenmarkt

von Redaktion

Farbenfrohe Blumen, frisches Gemüse, leckeres Obst. So weit das Auge reicht, Stände mit Fleisch- und Wurstwaren, mit Käse, Brot, Eiern und vielen anderen Leckereien. Er ist ein Fest für die Sinne, der Wochenmarkt auf dem Sartrouville Platz. Vor 50 Jahren fing alles an.

Waldkraiburg – „Liebe Hausfrauen! Ab Mittwoch findet in Waldkraiburg ein Wochenmarkt statt. Es gelangen zum Verkauf: Obst, Gemüse, Pflanzen, Blumen, Gewürze, Honig, Eier und Geflügel.“ So stand es auf einem unscheinbaren Handzettel, mit dem im Frühjahr 1969 das Ehepaar Boenisch den ersten „Markt“ beworben hat.

Der Stadtrat hatte im Herbst 1968 nach intensiver Diskussion die Idee verworfen, einen städtischen Wochenmarkt zu organisieren. Jetzt war Privatinitiative gefragt. Mit einer Handvoll Standl starteten Erika und Herwig Boenisch, die ersten Marktleiter, vor dem Gasthof Bayernbrücke hinter der Polizeistation.

1975 zog der Markt, den immer mehr Fieranten und Besucher ansteuerten, auf den Volksfestplatz. Und schon vier Jahre später in die neue Fußgängerzone. Aus dem Mittwochsmarkt wurden zwei Markttage, einer am Mittwoch, der zweite am Samstag.

Damals wie heute legen die Kunden großen Wert auf Frische und Qualität. Lokal und regional soll es sein. Das war zu Boenischs Zeiten so, das hat sich nicht geändert, seit 2008 die Deutsche Marktgilde die Organisation übernommen hat. Das Ehepaar Christa und Wilhelm Wellisch aus Waldkraiburg schaut vor Ort nach dem Rechten.

35 Stände, Händler verschiedener Nationalitäten, sind am Mittwoch zu betreuen. Da gibt es dann alles zu kaufen, von Lebensmitteln bis zu Kleidung und Haushaltswaren. Samstags sind es noch etwa 15 Stände, die vorwiegend Pflanzen, Obst und Gemüse aus der Region anbieten. Der „Grüne Markt“, wie der Samstagsmarkt heißt, war schon größer.

Ein Erlebnis ist der Wochenendspaziergang über den Sartrouville-Platz aber noch immer. Ein Sehen und gesehen Werden. Samstags kommt auch der Bauernbäcker und die Bäuerinnen, die ihre Eier, Käse und selbst gemachten Kuchen anbieten. Man kennt sich. Kunden und Fieranten führen nette Gespräche. Wie alte Bekannte. Viele Fieranten sind schon seit Jahrzehnten da. Alois Buchner zum Beispiel. Schon als Bub begleitete er den Vater, der auf dem Waldkraiburger Wochenmarkt farbenprächtige Blumen und leckeres Gemüse anbot. Er hat dem Markt bis heute die Treue gehalten und wird das auch weiter tun. Weil er – wie seine Kollegen auch, die Freundlichkeit der Menschen hier schätzt.

Auch Leo Frey (55) aus Landshut – Furth zieht es auf den Wochenmarkt. Er bietet den Kunden eine außergewöhnliche Dienstleistung an. Der hauptberufliche Scherenschleifer, bringt eine gewisse Schärfe auf den Markt. Schleift Messer und Scheren jeglicher Art. Macht Stumpfes wieder scharf. Messer von Rasenmähern, Ast- und Baumscheren, Küchenmesser, Äxte… Seit 40 Jahren ist der gelernte Metzger als Scharfmacher auf Märkten unterwegs.

Lang ist die Schlange am Käsestand von Matthias Gallas aus Tüßling. Jeden Samstag steht er mit seinem Verkaufswagen am selben Platz. Die Stimmung ist ausgelassen. Gallas mag seine Kunden. Und die Kunden mögen ihn. Seit fast zehn Jahren fährt er den Wochenmarkt an. „Er ist einer der allerschönsten Märkte, die ich kenne. Ich treffe hier Freunde, denn das sind viele Kunden für mich geworden.“

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