Waldkraiburg – Die Stadt erneuert den Asphalt-Oberbau der Gemeindeverbindungsstraße Stockham-Moos-Asbach und erweitert sie um einen Wendeplatz in Asbach. So hat es der Stadtrat einstimmig beschlossen. Laut Vorplanung betragen die Kosten 259000 Euro brutto.
Zwischen Stockham und Moos, wo die Fahrbahndecke zuletzt im Jahr 2000 saniert wurde, und am sogenannten Asbacher Berg weist diese Straße wieder erhebliche Fahrbahnschäden auf. Zwischen Moos und dem Asbacher Berg treten vor allem tiefe Risse am Fahrbahnrand auf.
Um diese Schäden zu beheben, war im Straßenbauprogramm eine Erneuerung und Verstärkung des Fahrbahnoberbaus auf der gesamten Länge von 1,5 Kilometern geplant (wir berichteten). Die dafür veranschlagten Gesamtkosten: 350000 Euro. Der städtische Eigenanteil war bei 175000 Euro angesetzt. Mit dem erhofften staatlichen Zuschuss in gleicher Höhe kann die Stadt allerdings nicht rechnen.
Wie es im Bauausschuss hieß, hat die Regierung von Oberbayern erhebliche Zweifel angemeldet, dass diese Straße eine verkehrswichtige zwischenörtliche Verbindung sei. Schließlich endet sie als Sackgasse in Asbach. Und: Die Regierung gewährt keine Zuschüsse für Fahrbahnbreiten unter 4,50 Meter.
Derzeit ist die Fahrbahn 3,65 Meter breit. Und gegen einen Ausbau hatten sich alle Straßenanlieger und Bewohner des Gebietes einstimmig in einer Versammlung ausgesprochen. Sie sei für den landwirtschaftlichen und gewerblichen Anliegerverkehr nicht notwendig. Um die Straße auszubauen, hätte die Stadt zudem Grund erwerben müssen. Und: die Verbreiterung des gesamten Straßenkörpers samt Kiesunterbau hätte nach Einschätzung der Stadt voraussichtlich den finanziellen Vorteil der staatlichen Förderung aufgezehrt.
Folglich entschied sich der Stadtrat für eine Unterhaltsmaßnahme, die den Bestand erhält, in folgenden vier Abschnitten:
• Abschnitt 1: ab Stockham bis Moos – Kosten: 87000 Euro.
• Abschnitt 2: ab Moos bis Ende Waldstück – 98000 Euro.
• Abschnitt 3: Asbacher Berg – 60000 Euro.
• Abschnitt 4: Wendeplatz – 14000 Euro.
Dafür gibt es keine staatlichen Mittel. 175000 Euro waren bereits im städtischen Haushalt ausgewiesen. Auf die voraussichtlichen Gesamtkosten von insgesamt 259000 Euro fehlen also etwa 84000 Euro. Die CSU-Stadträte wollen auf keinen Fall, dass dies zu Lasten anderer Projekte aus dem Straßenbauprogramm finanziert wird. Weil der Leiter der Stadtentwicklungsabteilung im Bauausschuss zugesagt hatte, den Stadtrat in der folgenden Sitzung zu informieren, aus welcher Haushaltsstelle die Deckungsmittel kommen, dies aber versäumte, übte Rainer Zwislsperger heftige Kritik. Er sprach von einer „Missachtung des Ausschusses“. Dies sei nicht das erste Mal passiert. Diese Formulierung war Bürgermeister Robert Pötzsch „zu hart“. Schließlich seien die Deckungsmittel ja da.
Ob die Maßnahme in diesem Jahr realisiert werden kann, ist eher unwahrscheinlich. In jedem Fall hat der Neubau der beiden Brücken über den Innkanal durch den Verbund Vorrang. Die Gemeindeverbindungsstraße wird in dieser Zeit als Umleitung gebraucht. hg