Kraiburg – „Auf dieser Grundlage geben wir kein Geld für bauliche Maßnahmen aus.“ So das Fazit, das Bürgermeister Herbert Heiml (CSU) im Gemeinderat zog, nachdem er die aktuelle Auswertung vorgelegt hatte. In der Jahnstraße, in der Tempo 30 gilt, hatte die Geschwindigkeitsmesstafel im Zeitraum von 13. Februar bis 29. Mai 30231 Fahrzeuge erfasst. Mehr als die Hälfte, nämlich 56 Prozent, fuhren langsamer als 30 Kilometer in der Stunde, fast 97 Prozent blieben unter 40 Kilometern in der Stunde. Auch wenn die vorgegebene Geschwindigkeit geringfügig überschritten werde, von Rasern könne man da nicht sprechen, so Heiml. Nur 902 Autofahrer, das entspricht 2,9 Prozent, waren schneller als 40 Kilometer in der Stunde. Und 64 Fahrer (0,2 Prozent) überschritten die 50-Kilometer-Marke. Das schnellste gemessene Fahrzeug erreichte in der Jahnstraße einen Wert von 62 Kilometern in der Stunde (25. April)
In der Dr.-Lerch-Straße, die zum Kindergarten führt, liegen die gemessenen Werte noch niedriger. 93 Prozent der 8038 Fahrzeuge, die zwischen 9. April und 29. Mai erfasst wurden, fuhren langsamer als 30. 99,8 Prozent blieben unter Tempo 40. Sieben Autofahrer darüber, und sechs über der Marke von 50 Kilometern in der Stunde. Der Negativwert: 57 Kilometer in der Stunde (17. Mai).
In der Bürgerversammlung hatten einige Bürger die Forderung erhoben, den Verkehr durch bauliche Maßnahmen zu beruhigen. Mobile Schwellen wurden ins Gespräch gebracht. Asphalterhöhungen fordert Ingo Suhr, auch er ein Anlieger, schon seit einigen Jahren.
Doch dafür sieht Bürgermeister Heiml keinen Anlass. Er fühlt sich durch die aktuellen Messwerte bestätigt. Ein weiterer Handlungsbedarf sei nicht gegeben. Auf dem Schulweg machen bereits Piktogramme auf der Straße auf die Gefahren aufmerksam. Es gibt zwei Zebrastreifen. Regelmäßig ist die Geschwindigkeitsmesstafel der Marktgemeinde im Einsatz, auch Polizeikontrollen sind vereinbart.
Im Gemeinderat rührte sich kein Widerspruch gegen Heimls Position. Ernst Kirmeier (UWG) bewertet die Situation ähnlich. Wegen der Enge und der Kürze der beiden Straßen sei die gefühlte Geschwindigkeit eben höher als die tatsächlich gemessene. Und Erich Unterforsthuber (UWG) glaubt, dass sich im Ergebnis die öffentlichen Diskussionen niederschlagen. „Das Thema war in aller Munde“, das habe wohl eine gewisse verkehrsberuhigende Wirkung gezeigt.