Kommt der erste Parklift in der Stadt?

von Redaktion

Bauherr möchte versenkbare Garage errichten – Entscheidung im Stadtentwicklungsausschuss verschoben

Waldkraiburg – Sie wäre ein absolutes Novum in der Stadt: die versenkbare Garage, die ein Bauherr im Nordwesten Waldkraiburgs in der Vorgartenzone errichten möchte. Doch das Vorhaben deckt sich nicht mit den Vorgaben des Bebauungsplanes.

Der Bebauungsplan für den Bereich nördlich der Eichendorffstraße ist im Jahr 2000 in Kraft getreten. Da waren die Grundstücke im Geltungsbereich längst bebaut. Charakteristisch für das Gebiet sind insbesondere die 15 bis 20 Meter breiten Vorgartenzonen von der Straßenkante bis zur bestehenden Bebauung. Diese Struktur, deren gestalterische und ökologische Qualität, sollte der Bebauungsplan sicherstellen und gleichzeitig Neubauten ermöglichen, so Carsten Schwunck, der Leiter der Stadtentwicklungsabteilung.

Die Anfrage, die jetzt bei der Stadt einging, kollidiert mit einigen Vorgaben des Plans. Der Antragsteller will das Grundstück mit einem Doppelhaus mit je zwei Wohneinheiten bebauen. Die beabsichtigte Bebauung weicht von den Festsetzungen zur Wand- und Firsthöhe sowie zur Dachgaubenbreite ab. Vor allem aber verstößt der geplante Parklift gegen die Vorgabe, die Bebauung der Grünfläche, die an dieser Stelle etwa 13 Meter tief ist, von jeder Bebauung freizuhalten.

Die Verwaltung möchte dem Antragsteller entgegenkommen. Denn das Vorhaben entspricht dem städtischen Ziel einer Nachverdichtung. Die Bauabteilung schlägt deshalb als Kompromiss vor, die Bebauung der Grünzone durch Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes zu ermöglichen. Dazu braucht es einen Grundsatzbeschluss des Ausschusses, der dazu in dieser Sitzung nicht bereit war. Ulli Maier (UWG) und Zweiter Bürgermeister Richard Fischer (SPD) bemängelten, dass die Verwaltung nicht für die nötige Entscheidungsgrundlage gesorgt habe. Es fehle an Unterlagen. Dazu Carsten Schwunck: Der Antragsteller habe die Garage noch nicht geplant. Nicht einmal der Standort des Grundstücks sei bekannt, kritisierte Maier.

Eva Köhr (CSU) meldete grundsätzliche Bedenken an: „Ich bin dagegen, immer wieder Grünstreifen zu opfern.“ Und ihr Fraktionskollege Harald Jungbauer verwies darauf, dass die Stadt keine Gewähr habe, dass der Parklift tatsächlich eingefahren wird. „Der Eigentümer muss die Garage nicht runterfahren. Er kann sie ebenso gut oben lassen und sagen: Das ist ein Carport.“ Auf Vorschlag vonBürgermeister Robert Pötzsch einigte sich das Gremium darauf, den Beschluss zu vertagen und einen Ortstermin anzusetzen.hg

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