Neuer Anlauf für die Ortsumgehung

von Redaktion

Um die Chancen für den Bau einer Ortsumfahrung Pürten zu erhöhen, setzt die Stadt auf eine sogenannte Planungsraumanalyse in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt. Ob‘s was bringt, kann derzeit niemand sagen.

Waldkraiburg – Seit die Ortsumfahrung Pürten erstmals im Gespräch war, ist viel Wasser den Inn hinunter geflossen. Ein Dauerbrenner, der im vergangenen Jahr wieder Gegenstand für viel Schriftverkehr und Gespräche mit Politikern war.

Die Erkenntnis daraus: An der nachrangigen Einstufung des Projektes im Staatsstraßenausbauplan ist bis Mitte der 20er-Jahre nichts zu ändern.

Folglich muss es jetzt darum gehen, die Voraussetzungen zu verbessern, damit die Straße in die erste Dringlichkeit kommt. Die Überprüfung der möglichen Trassen in einem Raumordnungsverfahren ist nicht zulässig, ein Bauleitplanverfahren, in dem die Trassenfrage geklärt wird, dagegen möglich. Auf Empfehlung des Straßenbauamtes will die Stadt eine solche Raumplanungsanalyse angehen. Einstimmig hat das der Stadtentwicklungsausschuss befürwortet, obwohl die Kosten dafür allein die Stadt zu tragen hat und das Straßenbauamt keine Zusicherung gibt, dass die Ortsumfahrung dann gebaut wird.

Aus Sicht der Stadträte gibt es allerdings keine Alternative. „Wir müssen den ersten Schritt machen, um uns mit den Anwohnern zu einigen, welche Trasse möglich wäre“, sagte UWG-Fraktionssprecher Frieder Vielsack. Am Ende brauche es eine Lösung mit einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis: „Dann steigen die Chancen.“

Eva Köhr (CSU) ist skeptisch, dass sich die Pürtner auf eine Variante einigen können. „Bis jetzt war keine mehrheitsfähig.“ Die Frage, ob überhaupt neue Varianten denkbar seien, bejahte Carsten Schwunck, der Leiter der Bauabteilung, aufgrund von veränderten Verkehrsflüssen und neuen Biotopen. Er ist überzeugt: Die Planungsraumanalyse sei „ein richtiger Ansatz, um einen Fuß in die Tür zu bekommen“.

Done Brunnhuber (UWG) wies die Kritik Köhrs an den Pürtnern zurück. Es sei nicht der richtige Weg, „ihnen den Schwarzen Peter zuzuschieben“.

„Lebensgefährlich“ nannte sein Fraktionskollege Christoph Vetter die aktuelle Situation. Es komme darauf an, ein Signal der Stadt an Pürten zu richten, „dass es uns nicht egal ist“.

Das ist auch Rainer Zwislsperger (CSU) wichtig. Der Verkehrsreferent sprach von etwa 12000 Fahrzeugen, „eher mehr“, die jeden Tag durch Pürten rollen. Mit der Öffnung der A94 werde diese Zahl noch steigen. Allerdings betonte er, dass die Stadt darauf hoffen müsse, dass das Straßenbauamt an die Realisierung geht. Denn die andere Variante, ein Bau der Ortsumfahrung in kommunaler Sonderbaulast, überfordere die Kräfte der Stadt.

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