Waldkraiburg – „Wir haben mit diesen Ergebnissen gerechnet. Große Überraschungen gibt es nicht.“ So das Fazit von Alexandra Lausmann, die in der städtischen Kulturabteilung für den Veranstaltungsbereich zuständig ist, zu einer aktuellen Besucherbefragung, deren Ergebnis die städtische Kulturabteilung im Kultur- und Sportausschuss vorlegte.
Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) freut sich über den Rücklauf der Aktion. 358 Fragebögen wurden ausgewertet. Weit über 80 Prozent der Teilnehmer sind regelmäßig bei Veranstaltungen im Haus. 46 Prozent kommen aus der Stadt selbst, fast ebenso viele aus dem Landkreis. Aus dem weiteren Umkreis und einer Entfernung von mindestens 20 Kilometern sind es keine zehn Prozent.
Die städtische Kulturabteilung darf eine hohe Kundenzufriedenheit aus dem Votum herauslesen. Das Waldkraiburger Kulturangebot wird im Durchschnitt mit einem glatten Zweier bewertet. 89 Teilnehmer vergeben die Schulnote 1, 191 eine 2. Nur sechs Teilnehmer finden: Klassenziel nicht erreicht.
Nur 44 Teilnehmer, das entspricht zwölf Prozent, sind unter 50 Jahren. Das Haus der Kultur tut sich schwer, ein jüngeres Publikum anzusprechen. „Wir arbeiten daran“, sagt Lausmann und verweist auf die Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring und auf die Einbindung der Fachakademie für Sozialpädagogik in Starkheim, die nach ihren Worten Theaterveranstaltungen mit bis zu 40 Personen beschickt.
Auch mit der Altersstruktur der Teilnehmer hängt zusammen, welche Kulturangebote besonders nachgefragt werden. Unter ferner liefen sind da populäre Musikangebote wie Rock/Pop (85), aber auch Americana/Jazz/Folk (67) oder Volksmusik/Schlager (31).
Schauspiel (213), Musiktheater Oper/Operette (151/144), Tanz (148), Bereiche, wo das Haus mit seiner großen Bühne Stärken ausspielen kann, stehen weit vorne bei den Interessen vieler Besucher. Wobei leichte Komödien (210) deutlich höher im Ranking liegen als Dramen (123).
Nicht überraschend ist für Lausmann das große Interesse an Kabarett/Musikkabarett (167) und an klassischen Konzerten. Die städtische Kulturabteilung will darauf reagieren. „Wir versuchen, wieder eine Reihe mit klassischen Konzerten zu etablieren.“ Im September ist ein Abend mit dem Pianisten Christoph Soldan geplant. Im Bereich Kleinkunst kündigt Lausmann als einen Höhepunkt den Kabarettisten Bill Mockridge an. Bekannte Namen wie Bruno Jonas mieten sich ohnehin regelmäßig im Haus ein.
Freitag ist der beliebteste Veranstaltungstag, gefolgt vom Mittwoch. Trotz des hohen Durchschnittsalters wünscht sich nur ein Sechstel der Befragten, dass die Vorstellungen früher beginnen.
Marianne Sägebrecht im Haus der Kultur
Im neuen Abo-Programm werden zwei der 16 Aufführungen schon am Nachmittag beginnen. „Wir probieren das mal.“ Am zweiten Weihnachtsfeiertag hebt sich schon um 18 Uhr der Vorhang für den „Brandner Kaspar“ mit Marianne Sägebrecht, An einem Februar-Sonntag um 16 Uhr wird das Kriminalstück „Tod auf dem Nil“ zu sehen sein. Bei der Ansetzung der Termine habe die städtische Kulturabteilung darauf geachtet, das Angebot zu streuen. Zwischen den einzelnen Veranstaltungen liegen mindestens zwei Wochen.
Für die neue Saison kündigt Lausmann das Musical „Anatevka“ (27. März) und die komische Oper „Das Gespenst von Canterville“ (28. April) an. Außerhalb des Abos wird es unter anderem einen Auftritt des Tanztheaters Pforzheim (2. Mai) geben, das sich mit dem „Tanzland“-Projekt einen guten Namen in der Region gemacht hat. Die Informationen über das Waldkraiburger Kulturangebot beziehen die Befragten vor allem aus der Zeitungen und von Plakaten, beziehungsweise Flyern, jeweils etwa zwei Drittel der Teilnehmer geben diese Quellen an.
Stadtrat Andreas Marksteiner (UWG) lobte das Kulturangebot. Er begrüßt es, dass Angebote, die nicht so gut ankommen, aus dem Programm genommen wurden, und stark nachgefragte Veranstaltungen ausgebaut werden. Margit Roller (CSU) begrüßte es, dass klassische Konzerte wieder stärker berücksichtigt werden sollen. Sie kritisierte die Aufmachung des neuen Abo-Programms, das noch im Juni an die Abonnenten geht. Es sei „nicht so ansprechend und unübersichtlich“, so Roller. Andreas Marksteiner ist ganz anderer Meinung: „Mir gefällt es besser, ich finde die Aufmachung top.“