Kraiburg – Gemeindeentwicklung contra Denkmalschutz – das ist ein Dauerbrenner in der historischen Marktgemeinde Kraiburg. Das neueste Kapitel betrifft das Thema Parkgelegenheiten. Und da gibt es offenbar größere Differenzen. Darüber informierte Bürgermeister Herbert Heiml (CSU) den Gemeinderat nach einem Gespräch mit einer Vertreterin des Denkmalamtes. „Meine Vorliebe für das Denkmalamt ist bei diesem Treffen nicht größer geworden.“
Parkplätze sind rar im Markt Kraiburg. Um die kritische Parksituation zu lindern, will die Gemeinde im Bereich des Kaltnerhauses und beim Peterhans Parkmöglichkeiten schaffen, in Form eines Parkhauses, eines Parkplatzes oder einer -garage, auf die eventuell noch Wohnraum gebaut wird.
Das Kaltnerhaus, eine ehemalige herrschaftliche Villa, die völlig heruntergekommen und abbruchreif ist, gehört so wie zwei Nebengebäude der Gemeinde. Das Kaltnerhaus sei weder Einzeldenkmal noch im Ensemble, aber in Sichtweite des historischen Ensembles. Das Peterhans-Gebäude nicht weit von der Raiffeisenbank, das zum Teil aus Holz besteht, steht auf der Denkmalliste. Der Bürgermeister nennt das Haus eine „alte Holzbude“, in der ein vernünftiger Wohnstandard nicht mehr hergestellt werden könnte.
Das Denkmal sperrt sich aber gegen die Pläne der Gemeinde, dort Parkplätze zu realisieren. Er sei aufgefordert worden, so Heiml, „noch mal ein Verkehrskonzept zu erstellen“. Das ärgert den Bürgermeister gewaltig, dass die Behörde jetzt auch noch in Fragen der Verkehrsplanung die Kompetenz der Genmeinde in Frage stelle.
Die UWG, die nicht immer einer Meinung mit dem Bürgermeister ist, stützt dessen Position in dieser Frage allerdings voll. Das machte unter anderem Fraktionssprecher Ernst Kirmeier deutlich. Infrastrukturmaßnahmen wie diese dürften nicht vom Denkmalamt blockiert werden. Die UWG hat dazu ein Diskussionspapier erarbeitet, das Kirchmeier aber nicht öffentlich machen will, sondern in nichtöffentlicher Sitzung behandeln.hg