Lenhart lässt nicht locker

von Redaktion

Herbert Lenhart kann ganz schön hartnäckig sein. Und deshalb findet er sich auch drei Jahre, nachdem der Autobriefkasten vor dem ehemaligen Postcenter verschwunden ist, nicht damit ab. Sein jüngster Vorstoß für den Briefkasten scheint nicht aussichtslos zu sein.

Waldkraiburg – Als vor drei Jahren das Postcenter am Berliner Bär geschlossen wurde und einen Großteil der Dienstleistungen die nur wenige hundert Meter entfernte neue Postfiliale bei Elektro Zeiller in der Ludwig-Ganghofer-Straße übernahm, wanderten auch die Briefkästen mit. Der Autobriefkasten, der auf Anregung von Herbert Lenhart auf dem Parkplatz neben dem Postcenter stand, fiel mit der Verlagerung aber ersatzlos weg. Zur großen Enttäuschung vieler Waldkraiburger, die den Service gerne nutzten, weil es so bequem und praktisch war, vom Auto aus die Post einzuwerfen.

Bislang scheiterten alle Vorstöße

Immer wieder gab es Vorstöße, den Briefkasten zu reaktivieren. Mal startete SPD-Stadtrat Alex Will eine Anfrage im Stadtrat, mal machte sich der Seniorenbeirat dafür stark. Bislang ohne Erfolg.

„Warum geht da nichts voran?“ Herbert Lenhart kann das nicht verstehen. Im Gespräch mit der Zeitung bringt er einen neuen Vorschlag ein. „Man könnte doch den Parkplatz hinter dem Elektrogeschäft auf der nordwestlichen Seite für eine Einfahrt aufmachen und den Autobriefkasten links an der bestehenden Ausfahrt aufstellen. Dann hätte man wie vorne am Postcenter eine Art Kreisverkehr.“

Günter Zeiller, der die Filiale betreibt und auch Besitzer des Parkplatzes ist, winkt allerdings ab. Er hält nichts von der Idee. Die Umsetzung sei nicht nur zu aufwendig, sie koste auch zwei bis drei Stellplätze. Dabei sei der Parkplatz, nicht weit vom Schulviertel an der Dieselstraße, vor allem zu Schulzeiten, „extrem gut genutzt“. Er verstehe die Leute, sagt Zeiller. „Wir haben den Briefkasten früher bei Regen oder Schnee auch genutzt.“

Zeiller sieht aber keinen Weg, den Briefkasten an seiner Postfiliale zu realisieren. Denn vom Alternativvorschlag, einen bereits bestehenden Briefkasten vor dem Geschäft umzudrehen und über einen Parkplatz anzusteuern, hält er noch weniger. Viel zu gefährlich wäre das damit verbundene Rangieren und Rückwärtsfahren.

Das räumt Herbert Lenhart ein. Auch er weiß: „Die alte Lösung war optimal. Am einfachsten wär‘s natürlich, den Briefkasten am Berliner Platz wieder aufzustellen.“ Und Hans Gröger wird noch deutlicher. „Es war ein Schildbürgerstreich, den Autobriefkasten am Postcenter abzubauen.“ Schließlich sei der Zustellstützpunkt trotz anderslautender Ankündigungen auch noch immer da. Er fahre alles mit dem Rad, so Gröger, „aber für die älteren Leute war das eine gute Einrichtung“.

Aus diesem Grund hatte auch der Seniorenbeirat das Anliegen schon im Vorjahr vorgetragen und unterstützt auch den neuen Vorstoß, wie Vorsitzende Erika Fischer und Vorstandsmitglied Monika Hochfilzer unterstreichen.

Allen wäre der alte Standort am liebsten. Und die Post? Das Unternehmen schließt diese Möglichkeit nicht kategorisch aus, wie Pressesprecher Erwin Nier auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen erklärt. Laut Nier stehen im gesamten Stadtgebiet von Waldkraiburg 18 Briefkästen. Die gesetzliche Vorgabe, die besagt, das niemand weiter als tausend Meter zum nächsten Briefkasten laufen muss, sei damit übererfüllt. 14 Briefkästen täten es in einer Stadt von der Größe Waldkraiburgs auch, um den Regeln zu entsprechen.

Autobriefkästen gebe es zudem „nur noch ganz selten“, zum Beispiel vor dem Verwaltungsgebäude der Briefniederlassung in München oder in der Nähe des Briefzentrums in Augsburg. „In Gemeinden unter 20000 oder 30000 Einwohnern lohnt sich so was gar nicht mehr“, sagt Nier, der auch zu bedenken gibt: Wer einen Autobriefkasten nutzt, sei froh über den Service. Wer in der Nähe wohnt und Tag und Nacht ein- und ausfahrende Autos hört, sieht diesen Service aus einer anderen Perspektive.

Gleichwohl ist die Post laut Nier offen für einen Autobriefkasten in Waldkraiburg. Unter zwei Bedingungen: Erstens, die Zahl der Briefkästen im Stadtgebiet darf nicht steigen. „Einen 19. zusätzlichen Standort machen wir nicht mit.“ Zweitens: Die Entscheidung, welcher Briefkasten abgebaut und als Autobriefkasten an den alten Platz kommt, will die Post nicht alleine treffen. „Das muss die Stadt mittragen.“ Und auch die Kosten für den Abbau und Aufbau übernehmen. Nier spricht von 1000 und 1500 Euro.

Stadt will

Möglichkeit prüfen

Bürgermeister Robert Pötzsch schließt die städtische Beteiligung nicht aus. Die Stadt, der der Parkplatz am alten Postcenter gehört, werde Kontakt mit der Post aufnehmen, um zu klären, wie die Briefkästen im Stadtgebiet genutzt werden.

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