Neubau: Mitte Juli geht es los

von Redaktion

Es rührt sich wieder was auf dem Areal der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft an der Berliner Straße. Ein Jahr nach dem Abriss der alten Mietshäuser geht die Genossenschaft an den Neubau eines Wohn- und Bürohauses für mehr als 18 Millionen Euro.

Waldkraiburg – Die Finanzierung ist gesichert. Die Baugenehmigung ist da. Sagt Werner Meisenecker, Geschäftsführer der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Waldkraiburg (WSGW). Die ersten Arbeiten sind vergeben. „Mitte Juli geht es richtig los“, so Prokurist Uwe Krämer, der mit Meisenecker zum Pressetermin auf das 3200 Quadratmeter große Grundstück an der Berliner Straße gekommen ist. Dort sind Bagger und Lastwagen aufgefahren, um den Erdaushub und weitere Vorarbeiten zu erledigen.

In drei Bauabschnitten will die WSGW das Wohn- und Bürogebäude realisieren. In einem ersten Schritt wird im Bereich der Berliner Straße/Ecke Iglauer Straße gebaut, dann an der Iglauer Straße ins Gelände hinein und schließlich an der Kreuzung Berliner-/Egerländer Straße. Gegenüber der ehemaligen Volksbank wird die Bebauung am höchsten – sechsgeschossig. Von dort fällt das Gebäude zur Iglauer Straße hin auf fünf und vier Geschosse ab. Das gesamte Erdgeschoss wird gewerblich genutzt, eine 70 Quadratmeter-Einheit vermietet.

1250 Quadratmeter nutzt die Genossenschaft selbst

Den Löwenanteil dieser Fläche, rund 1250 Quadratmeter, nutzt die Genossenschaft selbst. Die 13 Mitarbeiter der Verwaltung werden hier einziehen. „Sehr großzügig“ seien die neuen Räume, bestätigt Meisenecker. Doch das bestehende Verwaltungsgebäude hat längst nicht mehr ausgereicht. Sozialräume, Aufenthaltsräume, waren zu klein. Es fehlten Besprechungs- und Funktionsräume wie ein eigener Serverraum. Selbst für einen Azubi gab es keinen eigenen Platz. Das wird im neuen Haus alles vorhanden sein, auch Einzelbüros, alles ebenerdig. Die bisherigen Räume im ersten Stock ohne Aufzug passten nicht mehr zu einer Wohnungsgesellschaft mit vielen älteren Mietern. „Natürlich haben wir einen räumlichen Puffer vorgesehen“, so der Geschäftsführer. „Ich bin mir sicher, in zehn Jahren werden wir froh darüber sein.“

Zur Gewerbefläche kommen 3700 Quadratmeter Wohnfläche, aufgeteilt in 48 Ein- bis Vier-Zimmer-Mietwohnungen zwischen 45 und 110 Quadratmetern, alles mit Aufzug befahrbar, barrierefrei zugänglich bis in die Tiefgarage und fernwärmebeheizt.

Und wann soll das Ganze bezugsfertig sein? Wenn alles planmäßig läuft, will die WSGW zur Jahreswende 2020/21 einziehen. Die Wohnungen sollen laut Uwe Krämer ein Vierteljahr später fertig sein. „Wenn wir die Firmen bekommen“, setzt er vorsichtshalber hinzu. Denn die Situation am Bau fordert auch die WSGW. Bisher sei es gelungen, für alle Gewerke termingerecht Unternehmen zu finden. Doch nicht zuletzt die Baukostensteigerung sei eine Herausforderung. Bei einem Gesamtbauvolumen von 18,4 Millionen Euro macht jedes Prozent schon eine höhere sechsstellige Summe aus. Werner Meisenecker ist deshalb froh, dass die Finanzierung bei einem Eigenkapitalanteil von 30 Prozent mit den ortsansässigen Regionalbanken auf einer guten Basis steht.

Es kann also losgehen. Halb Waldkraiburg hat drauf gewartet, dass sich auf dem Grundstück in exponierter Stadtlage, zwischen Egerländer-, Berliner- und Iglauer Straße, endlich was tut. Immerhin ist seit dem Abriss der alten Mietshäuschen ein Jahr vergangen. Auch die WSGW wäre gerne schneller voran gekommen. Doch das zweite Großprojekt, die Bebauung am Iserring, hat Vorrang. Dort entstehen fast 90 neue Mietwohnungen für 21 Millionen Euro. Und diese Wohnungen werden dringend gebraucht, damit die Genossenschaft ihre Mieter aus drei Wohnblöcken mit 36 Wohnungen an der Egerländer Straße umsiedeln kann. Die Mehrfamilienhäuser sollen so schnell wie möglich abgerissen werden, um die geforderten Tiefgaragen-Plätze schaffen zu können. 76 werden für das neue Wohn- und Bürohaus gebraucht. Nur 26 können unter der WSGW-Verwaltung entstehen. 105 weitere Stellplätze sind in der Tiefgarage geplant, die bis zum Ärztehaus in der Kirchenstraße reichen wird. Die Stadt habe diesem Vorgehen zugestimmt. „Da sind wir in der Pflicht, sofort an den Bau der Tiefgarage zu gehen“, so Meisenecker.

Auch die Entsorgung des Aushubs habe „das Ganze verzögert“, sagt Uwe Krämer. Die Auflagen seien zuletzt verschärft worden. Nicht Altlasten aus dem Pulverwerk waren das Problem, sondern Bauschuttablagerungen und ähnliche Sünden der Nachkriegszeit. Alles müsse beprobt und in Schadstoffklassen eingeteilt werden, „Dann muss man schauen, was und wieviel welche Deponie nimmt.“ Im Hintergrund sei also viel passiert.

Und die Entsorgung hat eine Stange Geld gekostet, allein für das Grundstück an der Berliner Straße eine halbe Million.

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