Kraiburg – Einstimmig hat der Marktgemeinderat Kraiburg den Haushalt in allen Teilen beschlossen. Aus dem Bericht, den Kämmerer Fred Mittermaier im Gremium vorstellte, geht hervor, dass der Verwaltungshaushalt ein Volumen von gut sieben Millionen Euro hat.
Aus Verwaltung und Betrieb plant die Kämmerei 1,86 Millionen Euro Einnahmen ein. Mit Abstand größter und verlässlichster Einnahmeposten des Marktes ist erneut die Einkommensteuerbeteiligung mit 2,6 Millionen Euro. Innerhalb des vergangenen Jahrzehnts ist sie um mehr als eine Million Euro angestiegen, macht mittlerweile 37 Prozent der Einnahmen im Verwaltungshaushalt aus. Der Anteil der Gewerbesteuer ist mit elf Prozent, etwa 800000 Euro deutlich bescheidener. Vor wenigen Jahren lag die Gewerbesteuer noch weit über einer Million. Die Steuerkraft der Gemeinde war zuletzt rückläufig, sie liegt momentan unter dem Landkreisdurchschnitt, wie aus einer aktuellen Statistik hervorgeht. Deshalb sind auch die Schlüsselzuweisungen des Staates mit nahezu einer Million Euro auf einem relativ hohen Niveau.
Auf der Ausgabenseite hat die Gemeinde 2,07 Millionen Euro für den sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand eingeplant. Die Personalausgaben sind mit 814 angesetzt. Größter Ausgabeposten ist mit fast 30 Prozent die Kreisumlage (2,05 Millionen Euro). Die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft steigt auf 575000 Euro. Statt bisher 132 Euro pro Bürger wird sie auf 145 Euro pro Bürger angehoben. Einen „kräftigen Schluck aus der Abwasserpulle“ muss sich die Gemeinde genehmigen: Fast 450000 Euro muss sie für die Einleitung in die Kläranlage Waldkraiburg ausgeben, das sind 200000 Euro mehr als im Vorjahr.
285000 Euro Gewinn werden den Ansätzen zufolge im laufenden Betrieb erwirtschaftet. Diese Summe kann aus dem Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt überführt werden, aus dem der Markt seine Investitionen bestreitet. Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von fast vier Millionen. Mit 800000 Euro schlägt die Sanierung der Schule zu Buche, mit 850000 Euro der Neubau des Naturbads (plus 50000 Euro im Jahr 2020). Weitere große Maßnahmen sind der Hochwasserschutz mit 170000 Euro (plus 230000 Euro 2020), der Breitbandausbau mit 464000 Euro (plus 379000 Euro 2020) und die Wasserversorgung mit 445000 Euro.
Um dieses Investitionsvolumen auszugleichen muss zum einen eine Darlehensermächtigung von 1,3 Millionen Euro aus dem Vorjahr in Anspruch genommen werden, zum anderen muss der Markt 646000 Euro vom Sparbuch, den Rücklagen entnehmen. Im Vorjahr hatte die Gemeinde die Rücklage auf 2,7 Millionen Euro erhöhen können. Gleichzeitig konnte sie den Schuldenstand seit 2012 kontinuierlich reduzieren – auf zuletzt 3,14 Millionen Euro. Über 200000 Euro sollen in diesem Jahr getilgt werden.
Die positive Entwicklung des Haushalts verdankt sich laut Bürgermeister Dr. Herbert Heiml natürlich der sehr guten wirtschaftlichen Situation. Das Zinsniveau sei für die öffentlichen Haushalte von Vorteil. „Das hat uns das Leben erleichtert, aber wir sind auch verantwortungsbewusst mit dem Geld umgegangen.“ Die geplanten Investitionen seien deshalb möglich. „Wir können uns das leisten.“