Waldkraiburg – Noch gibt es keine genaue Stellenbeschreibung, noch sind die Aufgaben nicht im Detail definiert. Sicher ist allerdings: Die Stadt will einen Streetworker anstellen, einen Sozialarbeiter also, der nicht auf Klienten wartet, sondern sich zu seinen Zielgruppen aufmacht und im öffentlichen Raum in Erscheinung tritt.
Wie Bürgermeister Robert Pötzsch bestätigt, ist der Streetworker aber schon im Stellenplan ausgewiesen. Im Haushalt sind Mittel dafür eingestellt. Derzeit werde die Stellenbeschreibung für eine Ausschreibung vorbereitet. Noch in diesem Jahr, so ist das Ziel, soll ein Sozialarbeiter seine Arbeit aufnehmen.
Erfahrungen mit aufsuchender Sozialarbeit hat die Stadt bereits gemacht. Gemeinsam mit der Stadtbau GmbH und der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft finanziert sie eine Mietbetreuerin. Dagmar Greck schaltet sich in verschiedensten sozialen Notlagen, von der Arbeitslosigkeit bis zum drohenden Wohnungsverlust, ein und besucht und begleitet Einzelpersonen wie Familien in solchen Krisensituationen.
Polizei oder Sicherheitswacht greifen ein, wenn es irgendwo Ärger gibt, Ruhestörungen oder Konflikte. Es brauche darüber hinaus eine Fachkraft, die noch stärker pädagogisch an die Problematik herangeht, so der Bürgermeister. Streetworker sind vor allem in Großstädten im öffentlichen Raum unterwegs, nehmen Kontakt zu sozialen Randgruppen auf, zu bestimmten Jugendszenen oder Menschen, die auffällig sind.
Als Ziel formuliert der Bürgermeister zudem, dass ein solcher Sozialarbeiter besondere Brennpunkte ausmachen soll, wo die Stadt initiativ werden muss.
Polizeipräsident Kopp steht dem Vorhaben positiv gegenüber. „Das macht Sinn.“ Früher sei das Verhältnis zwischen Polizei und Streetworkern nicht immer konfliktfrei gewesen, so Kopp, der lange in München in verschiedenen leitenden Polizeifunktionen tätig war. Heute haben Streetworker nach seiner Einschätzung ein anderes Profil und zeigen auch Grenzen auf.