Kraiburg – Ins Mittelalter versetzt wurden die zahlreichen Besucher bei der Kraiburger Rittersonnwend. Diesmal war bei der Traditionsveranstaltung, die seit 1997 auf dem Schlossberg stattfindet, auch der Wettergott wieder gut gesinnt und schickte nur drohende schwarze Wolken.
Die Kraiburger Ritterschaft hatte dieses Ritterspektakulum nach ein paar Jahren witterungs- und terminbedingter Pause wieder veranstaltet. „Gott zum Gruße“ – so begrüßte Walter Hartlmaier als Sprecher der Kraiburger Ritterschaft die Gäste und erzählte, wie die 14 Jahre dauernde Ausbildung vonstatten geht, ehe man nach Page und Knappe als 21-Jähriger „zum Ritter geschlagen“ werden kann. Der mittelalterliche Schaukampf der Kraiburger Ritterschaft war ein Höhepunkt des Abends, bei dem sich auch Walter Hartlmaier als „Graf Walter zu Crainburg“ wacker schlug. „Er ist der älteste ‚kämpfende Ritter‘ Deutschlands“, gab Moderator Christian Hausperger bekannt. Mit seinem Sohn Sascha Hartlmaier, alias „Wilhelm Alexander Baron zu Öttingen“, lieferte sich Walter ein faires Gefecht, das in einem Unentschieden mündete.
Auch Stefan Hausperger als „Stefan Freiherr zu Maximilian“ und ein „Schwindegger Ritter“ zeigten ihre Kampfkünste. Zum Stockkampf, der Vorstufe des Schwertkampfes, traten zwei junge Knappen gegeneinander an. Sich mit Schild oder Schwert auseinanderzusetzen oder ein Kettenhemd zu probieren, war anschließend bei den Kindern angesagt, die sich auch bei den aktiven Rittern informieren konnten.
Ein „mittelalterliches Musiker-Duo“ erfreute mit ihren Instrumenten und Gesang. Vor Einbruch der Dunkelheit wurde das Sonnwendfeuer entzündet, von dem eine wohlige Wärme ausging, sodass es noch eine lange Ritternacht wurde.bac