Nachruf

von Redaktion

Gars – Ein langer Lebensweg ging jetzt für Katharina Oswald zu Ende. Bescheiden und zurückhaltend lebte die beliebte Mittergarser Bürgerin im Feldkreuzweg gemeinsam mit ihrem Gatten Hans.

Die „Käthi“, wie sie genannt wurde, war für Mittergars jahrzehntelang unentbehrlich. 30 Jahre lang war die Pfarrkirche ihr Leben mit all den damals verbundenen Arbeiten. So musste die große Turmuhr per Hand aufgezogen werden. Um das Geläut in Schwung zu bringen, mussten die Glockenstricke für jedes Gebetsläuten und auch fürs Gewitterläuten mit viel Kraft gezogen werden und jeden Tag wurde die Frühmesse gefeiert. Als Mesnerin fühlte sich Katharina Oswald auch für den Blumenschmuck verantwortlich, ob in der Kirche oder bei den Fronleichnamsprozessionen. Tatkräftig unterstützt wurde sie immer von ihrem Gatten Hans. Der Dank für diese Zeit war bei der Beerdigung ein großes Rosenherz der Pfarrei.

Auch als Zeitungsbotin war die Käthi zehn Jahre bei jedem Wetter tagtäglich unterwegs. Sie musste zu dieser Zeit auch noch das Bezugsgeld für die Zeitung bar einkassieren, „oft eine Arbeit mit Hindernissen“, erinnert sich ihr Gatte. In ihrem Leben gab es viele Stationen, bevor Katharina Oswald endlich in Mittergars ihr Zuhause fand. Geboren wurde sie als Katharina Kelldorfner am 23. August 1933 in Würzburg, kam aber bereits mit einem halben Jahr mit ihrer Mutter zurück zu den Großeltern beim Heigl in Mittergars, wo sie eine glückliche Kindheit verbrachte. Nach der Schulzeit zog sie zu ihrem Onkel in die Dichtlmühle bei Tulling, hier arbeitete sie als Hausmädchen. Anschließend machte sie eine Lehre zur Schneiderin in Bad Aibling und blieb dort vier Jahre. Die Schneiderei Allwang in Wasserburg war bis zu ihrer Heirat sechs Jahre lang ihr Arbeitgeber.

Ein glücklicher Lebensabschnitt begann mit der Heirat mit Hans Oswald im Mai 1959 in Altötting. Die Söhne Hannes und Hubert verlieren mit ihrem Tod eine treusorgende Mama und sechs Enkel und drei Urenkel eine geliebte Oma. Neben ihrer Sorge um ihre Familie war Katharina Oswald als Schneiderin sehr gefragt. Es werden bestimmt noch einige Brautkleider an Käthi erinnern, die sie mit viel Liebe genäht hatte.

All die ereignisreichen Jahre haben Katharina Oswald müde gemacht, und so brauchte sie in den letzten Jahren Pflege, die sie von ihrem Gatten treu dem Trauungsschwur „in guten und in schweren Tagen“ fürsorglich erhielt. fim

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