Kritik am geplanten Gewerbegebiet

von Redaktion

Ein Name für das geplante Gewerbegebiet in Thann ist gefunden, doch es gibt erste Kritik an den Plänen. Es gibt die Befürchtung, dass Aschau seinen dörflichen Charakter verliert. Auch der Bund Naturschutz meldet sich zu Wort.

Aschau – Sicher gab es Fragen, wie verträglich ein Gewerbegebiet für den Ort Thann sein kann oder wie sich eine Verkehrsanbindung sinnvoll umsetzen lässt. Aber am Ende waren sich alle Mitglieder des Gemeinderats einig: Am Ortsausgang Richtung Waldkraiburg sollen südlich und nördlich der Staatsstraße Flächen für Gewerbebetriebe ausgewiesen werden.

Doch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats äußerte sich während der Bürgerfragen nun Lisa Sieber, ödp-Kreisvorsitzende, zu den Plänen. Sie befürchtet, dass Aschau damit seinen dörflichen Charakter verlieren würde. Das Dorf werde zum Industriestandort. Auch vor dem Hintergrund, dass täglich Flächen von etwa 18 Fußballfeldern in Bayern zubetoniert werden würde, lautete ihre Meinung: „Das braucht es nicht mehr.“

Sie warnte vor den Konsequenzen: Mehr Verkehr aus allen Richtungen, was wiederum mehr benötigten Wohnraum zur Folge habe. Der nächsten Generation würde man damit die Zukunft verbauen. Über den Ausbau einzelner bestehender Firmen könne man reden, aber ein großes Gewerbegebiet solle dort nicht entstehen. „Es soll landwirtschaftliche Fläche bleiben.“ Für ihr Angebot, sich für ein Bürgerbegehren stark zu machen und dieses bei Bedarf mit zu initiieren, gab es von den Zuhörern Applaus.

Bürgermeister Alois Salzeder (AWG) sieht in Thann kein zweites Industriegebiet. „Hier sollen relativ kleine Einheiten entstehen.“ Erste Erweiterungspläne ansässiger Unternehmen gebe es bereits. In den vergangen zehn Jahren sei zudem nur ein Prozent der Fläche verbraucht worden. Er sei auch schon von Bürgern darauf angesprochen worden, dass er Aschau zerstöre. Doch man dürfe nicht außer Acht lassen, was die Ausweisung von Gewerbeflächen der Gemeinde ermöglicht habe. „Es ist Wohlstand erzeugt worden.“ Die Betriebe hätten viel in den Standort investiert, so dass vor Ort viele Arbeitsplätze entstanden seien. „Vieles ist deshalb hier am Ort, weil sich hier was tut“, sagte Salzeder. Außerdem seien auch ökologische Ausgleichsflächen geschaffen worden, und auf denen nun zum Beispiel mehr Vögel zu finden seien als auf einem Feld. „In Thann gibt es die Möglichkeit, etwas zu entwickeln.“

Dem Gemeinderat lag auch ein Schreiben vom Bund Naturschutz vor, der die Pläne ebenfalls kritisch sieht. Der Umweltschutzverband gibt zu bedenken, dass nicht nur wertvoller landwirtschaftlicher Grund überbaut werde, sondern auch eine erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes zu befürchten sei, wie der BN mitteilt. Im schlimmsten Fall droht ein „gesichtsloser Siedlungsbrei“, so dass der Ort nicht mehr klar erkennbar ist. Ob an dieser Stelle Gewerbe angesiedelt werden soll, ist nach Meinung der Ortsgruppe ein Thema, das mit den Bürgern diskutiert werden muss.

„Es wäre wünschenswert, wenn der Gemeinderat ein geeignetes Forum für eine solche Diskussion schaffen und zum Beispiel verschiedene Varianten der Ortsentwicklung vorstellen würde“, sagt Karl Friedrich, Vorsitzender der Ortsgruppe. Sollte das Gewerbegebiet umgesetzt werden, spricht sich der BN für eine deutliche Begrenzung der Größe aus und fordert, Blumenwiesen, Streuobstwiesen und Blühsträucher auf der Fläche einzuplanen.

So soll das Gewerbegebiet heißen

Gegenüber den Behörden braucht die Gemeinde zum geplanten Gewerbegebiet einen konkreten Namen. Den hat der Gemeinderat nun gefunden. Stefan Mayerhofer (AWG) schlug „Thann MÜ25“ und „Thann Industriestraße“ vor – in Bezug auf die mögliche Zufahrt, als Alternative „Thann Nord“ und „Thann Süd“. Ein Vorschlag, den Geschäftsstellenleiter Stefan Kirchbuchner bevorzugte. „Da die Zufahrt noch nicht geklärt ist, ist dieser am praktischen.“ Nach Meinung von Bärbel Bischoff (AWG) sollte „Aschau“ Teil des Namens sein, um Ortsunkundigen den Weg zu erleichtern. Vorerst geht es aber nur um einen Namen für die Planung, wie Christian Weyrich (CSU) erinnerte. „Wir sollten es so einfach halten, wie es geht.“Alle waren für „Thann Nord“ und „Thann Süd“.hi

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