Großer Bedarf an neuen Kita-Plätzen

von Redaktion

Die Sanierungsarbeiten für die städtische Kita laufen auf vollen Touren. Doch die Plätze sind bereits belegt. Und einer aktuellen Bedarfserhebung zufolge braucht es in den nächsten drei Jahren „mindestens“ drei Krippen- und vier Kindergartengruppen zusätzlich in der Stadt.

Waldkraiburg – 156 Krippenplätze für Kinder bis zu drei Jahren in acht Einrichtungen und 711 Kindergartenplätze für die Drei- bis Sechsjährigen in neun Kitas gibt es derzeit in der Stadt Waldkraiburg. Doch trotz einer neuen städtischen Kindertagesbetreuungseinrichtung, die 2018 zunächst in Containern mit 24 Krippenplätzen und 66 Kindergartenplätzen ihren Betrieb aufnahm und in diesem Herbst in das sanierte Gebäude in der Haidaer Straße umziehen wird, fehlen schon wieder Betreuungsplätze.

Sämtliche Kindergartenplätze in allen Einrichtungen sind für das nächste Kita-Jahr ausgebucht, weitere Nachfragen müssen auf die Warteliste gesetzt werden. Dies machte Martina Kainz, Leiterin des Sachgebiets Kinderbetreuung und Schulen im Rathaus deutlich, als sie im Haupt- und Finanzausschuss den aktuellen Bedarfsplan für die Kinderbetreuungsplätze vorstellte.

Auf der Basis der stark ansteigenden Geburtenzahlen der vergangenen Jahre (2008: 181/2018: 243), der Belegung und der Wartelisten in den Einrichtungen sowie einer Elternbefragung aus dem vergangenen Jahr kommt Kainz zu dem Ergebnis, dass akuter Handlungsbedarf besteht: Für den Krippenbereich macht sie eine Unterversorgung von 44 Plätzen für die nächsten beiden Jahre aus. 50 Kindergartenplätze fehlen in diesem Zeitraum. Der Bedarfsplan für diesen Zeitraum sieht folglich 760 statt 711 Kindergartenplätze und 200 statt 156 Krippenplätze vor.

Für die nächsten drei Jahre spricht Kainz sogar von einem Bedarf von „mindestens“ drei Krippengruppen und vier Kindergartengruppen. Kinderbetreuung ist Pflichtaufgabe der Kommunen, „relativ schnell“ müsse da etwas passieren. Und sie empfiehlt darüber hinaus auch die Erweiterung des Angebots an integrativen Plätzen für Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf. Zehn gibt es derzeit in der Kita „Unterm Regenbogen“. Eine Gruppe mit zehn weiteren sollte hinzukommen.

Unumgänglich machen den Ausbau der Kinderbetreuung neben den Geburtenzahlen und dem Zuzug von EU-Arbeitskräften, die mit ihren Familien aus Osteuropa kommen, nicht zuletzt die Fertigstellung der Autobahn, die enorme Bautätigkeit und der damit verbundene Zuzug aus Richtung München. Hinzu kommt der neue Einschulungskorridor, der den Eltern das Wahlrecht einräumt, ihr Kind noch ein Jahr an der Kita zu lassen. Ab April 2020 wird der Freistaat voraussichtlich auch für Krippenkinder einen Zuschuss gewähren, was die Nachfrage nach Krippenplätzen erfahrungsgemäß zusätzlich weiter steigert.

Im Ausschuss stellt die Zahlen niemand infrage, der Bedarf wird einstimmig anerkannt. Die Verwaltung kann sich darauf berufen, dass sich auch die Bedarfsplanung im Vorjahr „zu hundert Prozent“ bestätigt habe. Martina Kainz: „Ohne die Container hätten wir 80 Kinder ohne Betreuungsplatz in Waldkraiburg.“

Wie der künftige Bedarf gedeckt werden soll, darüber wurde in dieser Sitzung nicht entschieden. Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) äußerte sich dazu nicht.

Für den Zweiten Bürgermeister Richard Fischer (SPD) ist die Sache klar: „Wir werden einen Neubau brauchen.“ Fischer, der die laufende Sanierung an der Haidaer Straße kritisiert, weil sie aus seiner Sicht zu kurz greift: „Wir können auf Dauer nicht da ein bisserl richten und da ein bisserl richten, um dann zu sehen: Damit kann der Bedarf nicht gedeckt werden.“

„Die Probleme werden nicht von alleine verschwinden“, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Sterr, der von einem „prognostizierten Riesenbedarf“ und zusätzlichen Kosten in Höhe von vier bis fünf Millionen Euro sprach.

Die Stadt rechnet auch mit einem steigenden Bedarf im Bereich der Nachmittagsbetreuung für Grundschüler. Der Handlungsbedarf ist allerdings noch nicht akut. In den fünf Horten (278 Plätze) und der Mittagsbetreuung an der Diesel-Grundschule (36 Plätze) gibt es vorläufig noch freie Plätze.

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