Kraiburg – Selbst bei den heißen Temperaturen in dieser Woche ist der Spielplatz „Am Bleicher“ gut besucht. Ein Mädchen schaukelt, andere Kinder planschen mit Wasser. Doch es ist uninteressant, was sich am Spielplatz „Am Bleicher“ abspielt. Das Hauptaugenmerk des Gemeinderats liegt davor – auf dem Übergang von der Herzogin-Uta-Straße zum Spielplatz. Obwohl hier Tempo 30 und „Rechts vor Links“ gilt, empfinden Eltern die letzten Meter vor dem Spielplatz als gefährlich. Die UWG-Fraktion hatte daher einen Antrag gestellt, an dieser Stelle eine Spielstraße einzurichten. In der jüngsten Sitzung machte sich der Gemeinderat zunächst ein Bild vor Ort.
Eine solche verkehrsrechtliche Regelung hätte Folgen für den Verkehr. Denn in einer Spielstraße haben Fußgänger prinzipiell Vorrang, Autos dürfen nur im Schritttempo unterwegs sein. Damit Kinder und Erwachsene die Straße in ihrer gesamten Breite ausnutzen können, müssen Autos im Zweifel sogar anhalten und warten. Parken ist in verkehrsberuhigten Zonen verboten – außer auf extra dafür vorgesehenen und gekennzeichneten Flächen. Weil die Gräfin-Adelheid-Straße aber Erschließungsstraße für die Siedlung ist, schied eine Spielstraße damit quasi aus.
Wie kann man stattdessen die Autofahrer dazu bewegen, langsamer zu fahren? Einen Zebrastreifen umzusetzen, hielt Bürgermeister Dr. Herbert Heiml (CSU) anfangs für schwierig. Denn der Wunsch nach einem Zebrastreifen an der Staatsstraße auf Höhe des Altenheims scheiterte an den Voraussetzungen. Um das Tempo der Autofahrer zu drosseln, brauche es eine optische Gestaltung.
So sah es auch Petra Jackl (CSU): „Wenn etwas gemacht wird, braucht es eine bauliche Veränderung, ein anderes Hindernis. Ansonsten ist es ein zahnloser Tiger.“
Annette Lehmann (UWG) wies auf die Notwendigkeit hin: 17 Kinder würden in der näheren Umgebung wohnen.
Auch für Bürgermeister Heiml ist die Situation am Spielplatz „nicht befriedigend“. Er zeigte Verständnis für die Eltern, die sich für ihre Kinder mehr Sicherheit wünschen. Ein Zebrastreifen sei eine „gute Querungshilfe“, sagte er zurück im Rathaus. Ob er sich umsetzen lässt, sei aber eine andere Frage. Petra Jackl schlug als ersten Schritt noch vor, die aufgestellten Schilder am Schweppermannring besser in das Blickfeld der Autofahrer zu rücken.
Annette Lehmann (UWG), deren Fraktion den Antrag eingereicht hatte, betonte noch einmal, dass es nicht in erster Linie darum ging, eine Spielstraße einzurichten. Wichtig sei auf jeden Fall, die Autofahrer auf die Kinder aufmerksam zu machen.
Für Anneliese Schuster (CSU) ist ein Zebrastreifen die „sicherste Möglichkeit“, die aber laut Alfons Wastlhuber (UWG) „keine absolute Sicherheit“ bietet. Die Verantwortung bleibe bei den Eltern. Jedenfalls müsse die Gemeinde eine Verbesserung ausloten.
Eine Aufgabe, der Bürgermeister Dr. Herbert Heiml gerne nachkommt, aber versprechen wollte er dem Gremium nichts. „Macht’s Euch nichts vor, Ihr kennt das Verkehrswesen.“
Einstimmig verständigte sich das Gremium darauf, dass die Gemeinde versuchen soll, einen Zebrastreifen als Querungshilfe am Spielplatz umzusetzen.