Offen bleiben für alles

von Redaktion

Gymnasium Waldkraiburg Zeugnis für 83 Abiturienten

Waldkraiburg – „Abios Amigos“ – getreu ihrem Motto verließen gestern die Abiturienten einen vertrauten Ort. Die Schule als Quelle für Freundschaften mit der gewohnten täglichen Routine werde nicht länger das sichere Band für Freundschaften sein, sagte Schulleiter Helmut Wittman bei der Verabschiedung im Haus der Kultur. Jetzt warten neue Herausforderungen.

Solche hat es in den vergangenen zwölf Jahren sicherlich genug gegeben – auch wenn die Abiturienten „12 Jahre Siesta und jetzt die Fiesta“ als Slogan ausgegeben haben.

Stefan Arz sagt es in der Abiturrede selbst: „Wir haben geschuftet fürs Abitur.“ Mit dem Abizeugnis in der Hand wird ein Traum war, auch wenn der eine oder andere Traum vielleicht schon am Numerus Clausus geplatzt ist – dank des Mathe-Abiturs, wie Kerstin Gillhuber sagte. Aber was soll‘s: „Wir sind die Elite Deutschlands.“

Während ihrer Schulzeit haben sie „engagierte, motivierte, kompetente Lehrer“ getroffen, die ihnen viel beigebracht haben für‘s Leben. Ein neuer Lebensabschnitt beginne, an die Schulzeit und die Lehrer würden sie sich gerne erinnern: „Ohne sie hätten wir kein Zeugnis“, sagte Kerstin Gillhuber.

Das Abitur wird weiblicher. Denn von den 83 Abiturienten nahmen gestern 50 junge Frauen ihr Zeugnis entgegen. 20 Absolventen schafften einen Notendurchschnitt von 1,9 und besser. Auch hier dominierten die Frauen: Nur fünf junge Männer schafften es unter die Einser-Abiturienten. Angetreten zu den Prüfungen waren 86.

Mit der Verabschiedung der Abiturienten würden Vorbilder die Schule verlassen, sagte Schülersprecherin Katharina Lifka. Aber es hat auch etwas Gutes: „Bis zu den Ferien sind wir allein im Olymp.“ Als Gemeinschaft seien die Absolventen eng zusammengewachsen, wie Jaqueline Toska sagte. Beide wünschten Glück und Erfolg, dass alle Träume in Erfüllung gehen.

Stellvertretender Landrat Alfred Lantenhammer sprach von einem „großen Meilenstein“. Mit Fleiß, Ausdauer und Disziplin hätten sie ihr Ziel erreicht – vorerst. Denn auch künftig gelte es, Meinungen zu hinterfragen. „Bleibt offen für alles.“

Das Abiturzeugnis zu bekommen – für Bürgermeister Robert Pötzsch zählt das zur Kategorie „besonderer Tag“. Ein Tag, an den Viertklässler bei ihrem Schulbesuch im Rathaus noch nicht wirklich denken. Der erste Schultag, die Hochzeit oder gar der Renteneintritt – das verbinden die Grundschüler schon eher mit einem besonderen Tag. Das Abitur sei noch unendlich weit weg. Für die 83 Absolventen ist der Tag nun da, mit dem sie nun selber entscheiden und Verantwortung übernehmen müssen. „Ihr habt den Schlüssel in der Hand, der euch Türen öffnet, sodass jeder sein Leben so organisiert, wie er es sich vorstellt“, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch. Aber: „Vergesst eure Wurzeln nicht.“

Die Abiturienten seien nun in der glücklichen Lage, jede Ausbildung machen zu können. Mit ihrem Abschluss würden die Schüler einen vertrauten Ort verlassen, an dem sie Freunde fürs Leben gefunden hätten, griff Dr. Helmut Rochlitz, Vorsitzender des Elternbeirats, das Abi-Motto auf. Es gehe nicht immer aufwärts im Leben, umso wichtiger seien Freunde. Eine Siesta sei nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern festige auch das Gedächtnis. „Es macht Sinn, nach dem Englischunterricht zu schlafen. Man wird emotional stabiler“, wofür er Zustimmung der Schüler erntete. Zusammenfassend lässt sich für Rochlitz sagen: „Optimal vorbereitet für Studium und Leben.“

Stehende Ovationen gab es von den Abiturienten für den Lehrerchor, der zur Melodie von „Hallelujah“ ein Lied geschrieben hat. Stefan Arz, Saskia Cox und David Munding bekamen für ihr überdurchschnittliches Engagement außerhalb der Schulzeit den Sozialpreis des Gymnasiums.

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