Waldkraiburg – Der Freistaat will die Kommunen bei der Sanierung maroder Freibäder unterstützen. 120 Millionen Euro stehen dafür in den kommenden sechs Jahren zur Verfügung. Vor wenigen Wochen ging diese Nachricht durch die Medien. Und sie nährte bei vielen Freunden des Waldkraiburger Waldbades die Hoffnung, dass das Bad doch in seiner bisherigen Form erhalten werden könnte. So schnell wie möglich sollte die Stadt deshalb „vorsorglich“ Zuschussanträge einreichen, finden Monika Klee und Monika Reder und machten sich mit anderen daran, im Bad Unterschriften für dieses Anliegen zu sammeln. Es handle sich um eine private Initiative, betont Klee, nicht um eine Aktion des Fördervereins Waldbad.
An die 250 Unterschriften sind zusammengekommen, viele aus Waldkraiburg, einige auch von Besuchern von außerhalb. Diese leiteten die Initiatoren an Bürgermeister Robert Pötzsch weiter, mit der Aufforderung, sich um Mittel für die Waldbad-Sanierung zu bemühen. Ihre Befürchtung: Wenn die Stadt zuwarte, könnten alle Fördermittel für andere Freibäder vergeben sein.
Für einen Antrag zum jetzigen Zeitpunkt fehlen laut Bürgermeister allerdings die Voraussetzungen. Der Stadtrat habe sich nach dem Scheitern des gemeinsamen Neubau-Projekts mit Aschau einstimmig dafür entschieden, in einer Projektgruppe noch einmal alle möglichen Varianten zu beleuchten, um gemeinsam eine tragfähige Lösung zu erarbeiten, die die Stadt bei den Investitions- und Betriebskosten nicht finanziell überfordert. „Und wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, uns dafür die notwendige Zeit zu nehmen.“
Waldkraiburg könne jeden Fördercent brauchen, das weiß auch Pötzsch, der darauf hinweist, dass für die Besonderheiten des Waldbades, etwa das Sprungbecken und das Wellenbecken, gerade keine Förderung gewährt werde. Um einen Antrag auf Fördermittel zu stellen, brauche es aber vor allem einen Beschluss des Stadtrates, welche Variante, ob Sanierung oder Neubau, am bestehenden Standort oder an einem alternativen Standort, realisiert werden soll. „So weit sind wir nicht.“ Die 20-köpfige Projektgruppe aus Mitgliedern des Stadtrates, von Vereinen und aus der Bürgerschaft, die eine Empfehlung an den Stadtrat erarbeiten soll, hat sich nach seinen Worten bislang viermal getroffen.
An alle Mitglieder der Projektgruppe seien die bislang bekannten Unterlagen und Gutachten ausgegeben worden, damit sie sich in die Materie einarbeiten können. In einem nächsten Schritt werde das Fachbüro ausgewählt, das die Projektgruppe bei ihrer Arbeit begleiten soll. Der Bürgermeister kündigte an, in der öffentlichen Stadtratssitzung am 9. Juli über die bisherige Arbeit der Gruppe zu berichten.
„Verärgert“ ist Pötzsch darüber, dass sich auch zwei Mitglieder der Projektgruppe an der Unterschriftenaktion beteiligt haben. „Sie wissen, dass es gar nicht möglich ist“, die Forderung umzusetzen. Wie aus den Unterschriftenlisten hervorgeht, die auch den OVB-Heimatzeitungen vorliegen, handelt es sich dabei um Martina Arnusch und Ariane Zangl.