Waldkraiburg – In der Jahreshauptversammlung der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Waldkraiburg (WSGW) im Haus der Kultur bestätigten die Mitglieder den Kurs der WSGW. Alle Abstimmungen endeten einstimmig. Der gesetzliche Prüfungsverband hatte dem genossenschaftlichen Unternehmen ein gutes Zeugnis ausgestellt.
In zwei Jahren 300 Wohnungen verkauft
Zwar reduzierte sich der Stand der Mitglieder der Genossenschaft geringfügig, ebenso wie die Anteile taten. Das jedoch ist vorrangig bedingt durch die Verkäufe, die wegen der Neubaumaßnahmen notwendig wurden: 2017 waren das 180 Wohneinheiten, 2018 120.
Trotzdem seien viele Mieter der WSGW treu geblieben, so Geschäftsführer Werner Meisenecker. Und die Anteile belaufen sich auf 7688. „Meinem Mitarbeiterteam wurde ein hohes Maß an sozialer Kompetenz abverlangt. Doch die Aussiedlung verlief reibungslos, obwohl es meist um persönliche Schicksale ging!“, so der Geschäftsführer in seinem Rechenschaftsbericht.
„Ohne diese Verkäufe ging es nicht und dabei sind wir Gott sei Dank nicht von Grundstückszukäufen abhängig“, fuhr Werner Mei- senecker fort.
Das Geschäftsguthaben beläuft sich auf 2,383 Millionen Euro. Der Bestand an Wohnungen beträgt 1142, dazu 683 Tiefgaragen. Die Genossenschaft will den Bestand jedoch sukzessive wieder auf 1500 Wohneinheiten erhöhen, wobei der derzeitige langfristige Fremdkapitalbedarf in den nächsten zwei Jahren in die Höhe schnellen wird.
Mit einem Durchschnittsmietpreis von 5,33 Euro liegt die WSGW noch immer unter dem Niveau vergleichbarer Städte. „Einen sozialen Wohnungsbau gibt es nicht mehr, nur eine einkommensorientierte Förderung“, so Meisenecker. „Die Betriebskosten pro Quadratmeter liegen bei 1,59 Euro, die Heizkosten bei 0,80 Euro. 571 Wohnungen werden durch die örtliche Geothermie versorgt.“
Starke Nachfrage bestand 2018 bei den Dienstleistungen der WSGW Service GmbH. Hauptsächlich sei es Weiterempfehlungen zu verdanken, dass auch die Anzahl derzeitiger Fremdverwaltungen weiterhin steigt.
Die Investitionskosten 2018 beliefen sich auf rund fünf Millionen Euro, davon entfielen auf laufende Instandsetzungen 651000 Euro, auf den Neubau Böhmerwaldstraße 11-17 rund 110000 Euro. Dieses Sanierungsgebiet mit seinen 110 Neubauwohnungen, die einkommensorientiert gefördert werden, und 100 modernisierten Wohnungen sei ein wahres Schmuckstück geworden.
Für die Reichenberger Straße brauchte man 64000 Euro und für die Neubauplanungen Berliner Straße und Iserring 135000 Euro. Bei den Investitionen 2019 allerdings waren einige Unwägbarkeiten im Spiel, sodass für die Öffentlichkeit immer wieder Erklärungsbedarf notwendig wurde. Verzögerungen habe es gegeben, weil man nicht nur wetter-, sondern beim immer noch anhaltenden Bauboom auch baufirmenabhängig war. „Ständig wurden und werden zudem die staatlichen Auflagen erhöht. So änderte sich die Einstufung des Abbruchmaterials laufend, was die Schadstoffklassen betrifft.“
Ärztehaus jetzt komplett belegt
Erfreulich hingegen verliefen die Fortschritte bei anderen „Baustellen“. So ist das Ärztehaus jetzt komplett belegt. Im Juni wurde die letzte Arztpraxis vermietet. Ins Schwärmen geriet Meisenecker, als er Architektenentwürfe für den Iserring zeigte mit seinen gestuften, versetzten Gebäuden und dem attraktiven Innenhof: „Und die Realität sieht dann wirklich genau so aus!“ Sein Dank galt auch der Stadt für immer wieder gezeigtes Entgegenkommen, und den Banken, die ein Instandhaltungsrisiko über fast 40 Millionen Euro bis 2023 decken.
Die positive Mitgliedereinstellung zur WSGW kam danach ebenfalls zum Ausdruck, als einstimmig beschlossen wurde, den verbleibenden Bilanzgewinn 2018 den freien Rücklagen zuzuführen.
Vor der Wahl der Aufsichtsräte dankte der Geschäftsführer Wolfgang Pfeiffer und Josef Schmid, die aus dem Gremium ausschieden, für ihren langjährigen Einsatz. Jeweils einstimmig wiedergewählt wurden Agnes Bichlmeier, Martin Gunne, Erich Wimmer, Dr. Andreas Redlich und Friedemann Rießle, dazu Michael Mitterer als Aufsichtsratsvorsitzender. Neu hineinberufen hat man – ebenfalls einstimmig – Dr. Alexander Knoop aus München, zuständig für Städteplanung und Wohnungsbau.