Waldkraiburg – Richard Fischer ist Vorsitzender der neuen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der SPD Waldkraiburg. Das ist das Ergebnis der Gründungsversammlung im Restaurant „Korfu“. Sein Stellvertreter ist Günter Ott. Gert Hilger wählte die Versammlung zum Schriftführer, die fünf Beisitzer heißen Peter Schmid-Rannetsperger, Kurt Dobrauer, Hüseyin Cobuk, Ingo Sczodruch und Bernd Wegmann.
Ein Herzenswunsch von Richard Fischer, der auch Zweiter Bürgermeister Waldkraiburgs und Kreisvorsitzender des DGB ist, ist damit in Erfüllung gegangen. Fischer verwies eingangs der Versammlung darauf, dass sich die Arbeitswelt, Arbeitszeiten und Arbeitsprozesse massiv verändert haben. Dies führe auch zu Veränderungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, ihre Daten werden im Zeitalter der Digitalisierung durchsichtiger und müssen geschützt werden. Dies müssen die Betriebs- und Personalräte leisten. Wichtige Aufgabenfelder der Sozialdemokraten sind laut Fischer neben der traditionellen Vertretung der Interessen der Arbeiter auch und vor allem kommunale Themen wie der öffentliche Nahverkehr, Kitaplätze und bezahlbarer Wohnraum.
Angelika Kölbl, Unterbezirksvorsitzende der SPD und auch deren Landratskandidatin 2020, bezeichnete die Gründung der AfA als wichtigen Schritt auf dem Weg zur Vernetzung von Arbeitnehmern und Gewerkschaften. Sie rief vor allem junge Menschen auf, sich im Landkreis politisch zu engagieren und mitzumachen.
Als Hauptredner sprach Klaus Barthel, Bundesvorsitzender der AfA und Ex-Bundestagsabgeordneter. Nach dem schlechten Abschneiden der Sozialdemokraten bei den Europawahlen sieht er die zentrale Aufgabe darin, dass die SPD wieder die Partei der Arbeiter wird. Barthel schlägt dazu unter anderem vor, Minijobs abzuschaffen und die Leiharbeit geordneter zu gestalten. Die Gründung von Betriebsräten solle erleichtert werden, eine eigens zu gründende Staatsanwaltschaft gegen Arbeitgeber vorgehen, die die Gründung von Betriebsräten mit massivem Druck verhindern wollen.
Auch das Insourcing, das Hereinholen von betriebsfremden Unternehmen zum Beispiel zur Reinigung oder zur Sicherheit, soll reduziert werden. Laut Barthel sollen auch Arbeitgeber nicht aus Tarifverträgen aussteigen können, solche Verträge sorgen für eine gerechtere Bezahlung.hra