Waldkraiburg – Es begann mit sechs Kursen: Lebenslanges Lernen in bezahlbarem Rahmen. Am 24. November 1959 wurde die Volkshochschule Waldkraiburg gegründet. Heuer feiert sie 60-jähriges Bestehen. Mit einem „Tag der offenen Tür“ am 21. September wird das Jubiläum vorbereitet.
Der Mitgliederstand beträgt derzeit 229, wobei 23 Austritte zu verzeichnen waren. „Eigentlich passt alles, aber das ist wohl ein Zeichen unserer Zeit“, so Vorstandsvorsitzende Angelika Igerl in der Mitgliederversammlung. „Vor zehn Jahren war es noch unser Traum, alles in einem Haus verwirklichen zu können, was heute als Selbstverständlichkeit gesehen wird.“
Im Rechenschaftsbericht zeigte Geschäftsführer Alexander Rahm auf, wie sich die 838 Kurse 2018 mit ihren knapp 6000 Teilnehmern aufteilten. Der Bereich Gesundheit verspüre zwar einen Rückgang, wohl durch die Konkurrenz der Fitnessstudios, habe aber 2019 wieder eine Stabilisierung erhalten durch die Jumping-Kurse, die gut gebucht werden. Nach wie vor gut laufen Integrationskurse, zwar mit weniger Migranten, dafür sind zwei Drittel der Zugänge aus der EU.
Unterrichtsstunden gab es 2018 11676, 2017 waren es 13140. Erfreulich ist der leichte Anstieg bei den Firmenschulungen. „Vom Personal und den Lehrkräften her sind wir gut aufgestellt, da wir das Ausscheiden einer Mitarbeiterin geschickt ausgleichen konnten.“ Deutlich gestiegen seien hingegen die bürokratischen Auflagen des Bundesamtes für Migration: Die Kontrollen werden ständig verschärft. So müssen die Kursteilnehmer schon nach dem zweiten Fehltag ein Attest bringen – „eine enorme Belastung für alle!“, so Rahm.
Sehr erfreulich ist, dass nach fünf Jahren seit der Zulassung die Abschlüsse bei den Deutsch-Kursen überdurchschnittlich gut ausfielen. Man liegt im EU-weiten Referenzsystem mit der Einstufung B2 im mittleren und oberen Niveau und strebt nach der Stufe C1, der selbstständigen Sprachverwendung.
In ihrem Haushaltsbericht zeigte Christa Kifinger Einnahmen von 870418 Euro auf. Davon fielen 130000 Euro auf den Zuschuss der Stadt, 396424 Euro auf die Integrationskurse, 4250 Euro auf die Mitgliedsbeiträge. Die Ausgaben von 839743 Euro setzten sich etwa aus rund 300000 Euro Honorarkosten und 44669 Euro Betriebskosten zusammen.
Bei der abschließenden Aussprache wurde eine einzige, anerkennende Stimme laut: „Wie ist es möglich, dass trotz Mitglieder- und Kursrückgängen ein so positives Ergebnis eingefahren werden konnte?“ Achselzucken und Schmunzeln bei der Vorstandschaft und ihrer prompten Antwort: „Gut gewirtschaftet!“ fis