Aschau – Die Schäden an Kirchenstraße und Schmiedweg sind nicht zu übersehen. Dass die Fahrbahnen hier saniert werden müssen, steht außer Frage. In diesem Zuge will die Gemeinde an die historische Bedeutung der beiden Wege erinnern. Dies bremst nun allerdings die Planungen aus.
Papst Benedikt XVI. war hier als Junge unterwegs in Richtung Schule. Schmiedweg und Kirchenstraße sollten deshalb optisch entsprechend gestaltet werden, um daran zu erinnern. Vor knapp zwei Jahren fiel dazu der Beschluss im Gemeinderat. Die genaue Gestaltung sollte in einer weiteren Planung festgelegt werden, was in enger Abstimmung mit Kathi Stimmer-Salzeder und Anwohner weiterverfolgt werden sollte.
Ein Entwurf des Planungsbüros lag nun in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vor. Die Anregung, zum Beispiel den früheren Bachverlauf symbolisch am Boden nachzuempfinden, ist Teil der Planung. Außerdem ließen sich Infotafeln am Wegrand anbringen. Die Breite würde gleichbleiben, wie Bürgermeister Alois Salzeder (AWG) erklärte. Die Gemeinde könne jetzt die Ausschreibungen starten, um sich günstige Angebote zu sichern. Eine Umsetzung würde erst im Frühjahr 2020 sein.
Die Anwohner wünschen sich eine einfache Gestaltung mit Asphalt, wie Bürgermeister Salzeder auf Nachfrage von Michael Niedersüß (CSU) antwortete. Es gebe aber den Wunsch, den Weg so zu kennzeichnen, dass er als Schulweg des Papstes erkennbar sei. Eine Alternative wäre Pflastern.
Einen praktischen Ansatz wünschte sich auch Thomas Wintersteiger (CSU), damit weiterhin die Durchfahrt für landwirtschaftliche Maschinen möglich sei.
Für Daniela Reingruber (CSU) gingen die Planungen nicht weit genug. „Wenn wir nur ein Teilstück rausgreifen, das versteht kein Mensch.“ Ihr Vorschlag: Den Weg nachzeichnen vom Haus bis zur Kirche. Sie könne sich das sehr gut als „erlebbaren Weg“ vorstellen. „Das hätte viel Potenzial.“ Jetzt sei es nur ein Stückchen, die Anwohner seien nicht involviert gewesen. Man könne etwas ganz anderes realisieren, Wasser zum Beispiel erlebbar machen. Der Weg solle nicht aussehen, wie alle anderen auch. Hier ließe sich etwas Schönes auf die Beine stellen, sodass es auch für die Anwohner passe. Aber: „Das macht nur Sinn als Ganzes.“ Hans Baumgartner (SPD) konnte der Idee durchaus etwas abgewinnen, dort „etwas Tolles zu machen“.
Um jetzt ein großes Projekt anzupacken, dazu gab es für manche Gemeinderäte einige offene Fragen. Zum Beispiel sei die Zukunft vom Gasthaus Pichlmeier und Pfarrhaus noch nicht geklärt, außerdem seien Grundstücksgrenzen unklar. Punkte, die Christian Mayerhofer (AWG) aufwarf. „Vielleicht sollten wir das einfach nochmal schieben.“ Für Thomas Wintersteiger (CSU) durchaus vorstellbar, dass sich manches gut darstellen lasse. Aber: „Man muss es durchdenken.“
So etwas braucht natürlich Zeit. Die will Bürgermeister Alois Salzeder damit nutzen, zumindest die Kirchenstraße zu asphaltieren. „Das Geländer hängt.“ Das konnte sich auch Christian Weyrich (CSU) vorstellen. Ihm war es wichtig, dass nicht alles „einzeln betrachtet“ wird. Im Hinblick auf Pichlmeierhaus und Pfarrhaus soll alles komplett durchgestaltet werden.
Ein Vorschlag, der sich so auch im Gemeinderat durchsetzte. Die Kirchenstraße soll nun saniert werden, die Sanierung des Schmiedwegs wird aber vorerst zurückgestellt.