Diesel-Schule: Zeitplan nicht zu halten

von Redaktion

Sie war eigentlich schon beschlossene Sache: die Aufstockung der Diesel-Grundschule. Doch die Planer raten davon ab. Warum und welche Alternative sie empfehlen, das war Thema im jüngsten Bauausschuss.

Waldkraiburg – 1,7 Millionen Euro müsste die Stadt dafür in die Hand nehmen, um die Diesel-Grundschule soweit herzustellen, dass die geplante Aufstockung möglich wird. Diese Zahl nannte Bürgermeister Robert Pötzsch im Bauausschuss und er ließ gleichzeitig durchblicken: Unter diesen Umständen ist die bislang favorisierte Lösung der Raumprobleme höchst unwahrscheinlich geworden. Alternativen müssen her. Aus Sicht von Planer Sven Grossmann bieten sich zwei Erweiterungsvarianten. Beide beinhalten einen Anbau im Norden des Gebäudes. Die Machbarkeit muss nun im Detail geprüft werden.

Notwendig wird dies, weil die Architekten bei der näheren Untersuchung des bestehenden Gebäudes auf eine Reihe von Problemen gestoßen sind, die gegen die Aufstockung um eine weitere Etage sprechen:

• Der Nordbau, das ist der älteste Teil des Schulgebäudes, kann die Lasten, die durch die Aufstockung entstehen, nur tragen, wenn einige Stützpfeiler verstärkt werden.

• Die Versorgungsleitungen für Strom, Heizung, EDV und Sicherheitstechnik, die sich überwiegend im Dachgeschoss befinden, machen eine Verlegung beziehungseise Umstrukturierung erforderlich. Umfangreiche Arbeiten mit einem Aufwand von fünf bis sechs Wochen sind notwendig, die nicht während des Schulbetriebs, sondern nur in den Ferien möglich sind.

• Die Erhöhung des Gebäudes um ein Obergeschoss führt zu größeren Anforderungen im Hinblick auf den Brandschutz. Die Gebäudeklasse verändert sich. Im Nordbau sind teuere Nachbesserungen erforderlich, Trennwände zwischen Räumen und Fluren müssen nachgerüstet, Flur-Abschlusstüren erneuert, Bauteile aus Stahl ertüchtigt werden.

Aufstockung verursacht Kosten

Die Folge: hohe Mehrkosten. Aus diesem Grund prüft das Büro derzeit zwei alternative Neubau-Varianten, die ebenfalls den Platzbedarf für die zusätzlichen Klassenzimmer decken sowie die Möglichkeit eröffnen, dass der Hort im Haus verbleibt.

Den beiden Varianten ist gemeinsam, dass der Anbau jeweils vor den bestehenden Eingang im Norden gesetzt wird. Denkbar ist eine dreigeschossige Erweiterung (Untergeschoss, Erdgeschoss, Obergeschoss) oder ein zweigeschossiger Neubau ohne Untergeschoss an dieser Stelle plus ein Geschoss, das auf Ständern über dem derzeit überdachten Verbindungsgang gesetzt wird.

Den „Charme“ dieser Lösungen sieht der Bürgermeister nicht zuletzt darin, dass die Stadt auf einen Anbau jederzeit ein weiteres Stockwerk setzen könnte. „Niemand weiß, wie sich die Schullandschaft entwickelt“, sagte er im Blick auf mögliche weitere Anforderungen durch einen Ausbau der Ganztagesbeschulung.

Die Untersuchungen zur Machbarkeit dieser Varianten sind noch nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse, alle Zahlen und Fakten, sollen laut Pötzsch im Ferienausschuss am 27. August auf den Tisch kommen. Dann soll auch eine Entscheidung fallen, wie es weitergeht.

Entscheidung

im Ferienausschuss

Done Brunnhuber (UWG) und Alex Will (SPD) legten sich bereits fest. Sie sind von der Neubauvariante angetan. „Wenn die Zahlen passen, sollten wir den Neubau ins Auge fassen“, so Brunnhuber. Man solle eine Lehre aus dem Rathaus ziehen, in dessen Bestand so viel Geld gesteckt worden sei. Auch Will ist davon überzeugt, dass „ein Anbau kalkulierbarer“sei.

Ob Aufstockung oder Anbau – eins ist in jedem Fall schon jetzt klar: Der ursprüngliche Zeitplan ist nicht mehr zu halten. Zum Schuljahr 2020/21 können die neuen Räume noch nicht bezogen werden.

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