Susanne Engelmann will sich nicht mehr für Stadtrat bewerben

von Redaktion

Ehemalige Bürgermeisterkandidatin der SPD kündigt an, 2020 nach 24 Jahren aus dem Gremium auszuscheiden

Waldkraiburg – Seit 24 Jahren sitzt sie im Waldkraiburger Stadtrat, mittlerweile die dritte Amtsperiode als Sprecherin der SPD-Fraktion. Im März 2020 wird Susanne Engelmann aller Voraussicht nach nicht mehr kandidieren.

Das kündigte die parteilose Stadträtin, die sich in den Jahren 2002 und 2008 für die SPD um das Bürgermeisteramt bewarb, jetzt im Stadtrat an. Nicht in einer besonderen Erklärung, sondern quasi im Nebensatz, nachdem sie Frieder Vielsack, Fraktionssprecher der UWG, als Verbandsrätin für den Zweckverband Hochschulcampus Mühldorf vorgeschlagen hatte. Sie habe sich für das Forschungszentrum in Waldkraiburg „mit Herzblut eingesetzt“. Die beiden Plätze im Verbandsrat, die die Stadt Waldkraiburg neben Bürgermeister Pötzsch noch besetzen könne, seien aber bei ihren Fraktionssprecherkollegen Vielsack und Sterr (CSU) in guten Händen. Engelmann zog ihre Kandidatur für den Zweckverband zurück mit den Worten: „Mit Euch ist die Kontinuität über 2020 hinaus wahrscheinlich eher gewährleistet als mit mir.“

Auf Anfrage, ob sie 2020 nicht mehr kandidiere, sagte sie nach der Sitzung: „Das wird wohl so sein.“

Dass es seit einiger Zeit in der SPD-Fraktion gewaltig knirscht und vor allem zwischen Engelmann und Zweitem Bürgermeister Richard Fischer Differenzen gibt, ist ein offenes Geheimnis. Fischer hatte angekündigt, dass der SPD-Ortsverein künftig nur noch SPD-Mitglieder auf der Liste zulassen wolle (wir berichteten). Engelmann nannte allerdings gegenüber unserer Zeitung in erster Linie private Gründe für ihren Schritt.

Die Interessen der Stadt im Zweckverband vertreten also Robert Pötzsch, Anton Sterr und Frieder Vielsack. In der nicht öffentlichen Sitzung hatte es offensichtlich Diskussionen darüber gegeben, wie die Sitze im Verbandsrat zu vergeben seien. Anton Sterr vertrat die Meinung, dies solle wie bei den Ausschüssen „nach der Stärke der Fraktionen“ erfolgen. Zunächst hatte sich das Gremium darauf verständigt, die Posten in geheimer Wahl zu vergeben. Nach dem Rückzieher Engelmanns war dies nicht mehr erforderlich. Sterr sprach von einer „honorigen Entscheidung“. hg

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