Tierheimneubau soll Fahrt aufnehmen

von Redaktion

Jetzt soll die Planung für das Tierheimprojekt bei Innthal „richtig Fahrt aufnehmen“. Das kündigte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) im Stadtrat an. Eineinhalb Jahre wird es nach seinen Worten allerdings noch dauern, bis Baurecht besteht. Noch sind Hürden zu nehmen.

Waldkraiburg – „Wir hätten uns gewünscht, dass es schneller geht, aber wichtig ist, dass die Stadt hinter uns steht. Ich gehe davon aus, dass das Tierheim auf unserem Grundstück gebaut werden kann.“ Mit Erleichterung hat Manuela Gyimes, Vorsitzende des Tierschutzvereins, am Mittwoch die Erklärung der Stadt zum Neubau-Projekt aufgenommen.

Nach einem Gespräch der Verwaltung mit Vertretern des Tierschutzvereins, den Stadträten Eva Köhr (CSU), Susanne Engelmann (SPD) und Done Brunnhuber (UWG) hat der Stadtrat in seiner Dienstagssitzung die Stellungnahme abgesegnet. Darin wird zwar festgestellt, dass die Stadt, wie alle anderen Kommunen auch, rechtlich gesehen nur verpflichtet sei, Fundtiere unterzubringen. Sie sehe aber „den dringenden Bedarf für eine Einrichtung herrenloser Tiere“. Wörtlich heißt es in der Erklärung: „Die Stadt Waldkraiburg unterstützt den Tierschutzverein Waldkraiburg und Umgebung bei der Errichtung eines neuen Tierheims.“

Die Geschichte des Tierheimneubaus, der die alte, völlig heruntergekommene Tierherberge bei Pürten ersetzen soll, begann schon mit dem Bauantrag vor über drei Jahren:

• Am 31. Mai 2016 ging der Bauantrag bei der Stadt ein. Auch die anderen Behörden, Stadtwerke und diverse Fachstellen im Landratsamt (Gesundheitsamt, Naturschutzbehörde, Veterinärsamt und Immissionsschutz) wurden an der Prüfung beteiligt.

• 2016 stimmte der Bauauschuss dem beantragten Bauvorhaben zu – unter der Voraussetzung, dass die fehlenden Antragsunterlagen nachgereicht und die Fachstellen sich abschließend positiv äußern.

• 2017 gewährte die Stadt einen Zuschuss in Höhe von 80000 Euro für den Erwerb eines landwirtschaftlich genutzten Grundstücks bei Innthal durch den Tierschutzverein. Außerdem sagte die Kommune zu, eventuell anfallende Planungskosten zu übernehmen.

• Im Oktober 2018 wurde die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen und Anfang Juni 2019 die Planung an ein Büro vergeben.

Wie aus der Erklärung der Stadt weiter hervorgeht, fand vor wenigen Tagen die erste Planabstimmung statt. Nach der Sommerpause soll ein erster Entwurf vorliegen. „Die Verfahrenslaufzeit wird circa eineinhalb Jahre dauern.“

„Wir brauchen zeitnah eine Entscheidung und eine Lösung für das Tierheim, da die Umstände aktuell sehr schwierig sind“, so Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG).

Noch deutlicher wurde Eva Köhr (CSU) in ihrer Wortmeldung im Stadtrat: „Es pressiert. Man kann den Mitarbeitern im Tierheim nicht mehr zumuten, noch mal zwei Jahre dort zu sein und im Winter im Wohnwagen zu vegetieren.“ Das Wohnhaus ist schon seit mehreren Jahren nicht mehr bewohnbar. Mitarbeiter müssen seit 2016 im Wohnwagen auf dem Gelände übernachten.

Manuela Gyimes vom Tierschutzverein will nach vorne schauen. „Wir sind überzeugt, wir kriegen das hin“, sagt sie. Es seien zwar noch einige Hürden zu nehmen, etwa im Hinblick auf die Auswirkungen des Projekts auf schützenswerte Wildtiere. Gyimes: „Wir wollen die Auflagen, die wir erfüllen müssen, erfüllen, und wir werden sie erfüllen.“

Bei Kritikern aus Pürten und Umgebung wirbt sie um Verständnis: „Wir sind in einer schwierigen Situation. In der Stadt will niemand ein Tierheim und im Außenbereich soll es auch nicht gebaut werden.“

Und wie steht es mit der Finanzierung des Neubaus, dessen Kosten der Tierschutzverein bei 1,5 Millionen Euro ansetzt? Auch da ist die Vorsitzende, die keine konkreten Zahlen nennt, zuversichtlich: „Wir sind in der Akquise, wir haben Sponsoren.“ In Aussicht gestellte Mittel würden aber erst fließen, „wenn die Genehmigung da ist“.

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