Waldkraiburg – Das eine ist der Beschluss, eine weitere städtische Kindertagesstätte zu bauen (wir berichteten in der gestrigen Ausgabe). Das andere ist die Suche nach dem Standort für diese große Einrichtung, die neben drei Krippen- und vier Kindergartengruppen eine integrative Gruppe umfassen und gegebenenfalls auch Platz für einen Hort bieten soll.
Aus Sicht der Verwaltung bietet sich ein Standort in Waldkraiburg-West wegen der starken Wohnungsbautätigkeit in diesem Stadtteil an. Im Gespräch ist deshalb der Schulgarten der Graslitzer-Grundschule. Wie schwierig die Standortsuche für eine Kita werden kann, das zeigte sich im vergangenen Jahr, als die Stadt für die Container-Kita, die schließlich am Kalander landete, zunächst Standorte im Schulzentrum Waldkraiburg-Süd favorisierte. Von der ursprünglich geplanten Variante, die Kita-Container neben der Beethoven-Grundschule aufzustellen, nahm die Stadt nach Protesten der Eltern und der Schulleitung Abstand.
Die Rektorin der Graslitzer-Grundschule, Lydia Partsch, die auch dem Stadtrat angehört, äußerte sich in der Sitzung nicht. Gegenüber unserer Zeitung erklärte sie auf Anfrage, sie wolle zum jetzigen Zeitpunkt nichts ausschließen und die Ortsbegehung mit der Stadt und den Planern abwarten.
Grundsätzlich stellt die Rektorin fest, sie mache sehr gute Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit dem benachbarten Franziskus-Kindergarten. „Ich bin der Meinung: Schule und Kindertagesstätten gehören zusammen.“ Kinder wie Eltern könnten davon profitieren. „Je kürzer die Wege, desto unkomplizierter die Zusammenarbeit.“ Ein wichtiger Aspekt ist aus ihrer Sicht die Zukunft des Hortes. Derzeit werden die Kinder im Haus betreut. „Die Kinder kennen sich aus, die Zusammenarbeit mit der Hortleitung ist eng.“ Und auch das betont Partsch: Wenn eine neue Kita auf dem Gelände der Graslitzer-Schule komme, dürfe das nicht zu einer Konkurrenz mit der bestehenden Kita St. Franziskus führen.
Die CSU-Fraktion im Stadtrat sieht den Standort Graslitzer-Schule skeptisch. Der Fraktionsvorsitzende Anton Sterr wandte ein, dass der Schulgarten für die Schule zu wertvoll sei, um ihn zu bebauen. Ob eine neue städtische Kita in unmittelbarer Nachbarschaft zur katholischen Kindertagesstätte sinnvoll ist, stellte er in Frage. Sterr brachte einen weiteren möglichen Standort ins Gespräch: Es handelt sich um das Gelände bei der Johann-Nepomuk-Kirche, das sich ebenfalls im Westen der Stadt befindet. Das rund 3000 Quadratmeter große Grundstück gehört der Stadt und ist an die Kirche verpachtet. „Diesen Standort sollte man prüfen.“ Die kirchlichen Gremien haben sich mit diesem Thema aber noch nicht beschäftigt. Dies soll noch im Juli geschehen. Einig war sich der Stadtrat darüber, ein Planungsbüro mit der Standortsuche zu beauftragen. Die Planer sollen prüfen, ob die genannten Grundstücke für den Bau geeignet sind.